Administratorhandbuch

AD Password Policy Auditor

Professionelles Betriebs- und Referenzhandbuch fuer die Analyse von Passwortalter, Passwortqualitaet, Remediation-Massnahmen und sicherheitsrelevanten Active-Directory-Attributen.

Titel: AD Password Policy Auditor - Administratorhandbuch Version: 1.0 Datum: 2026-06-15

Inhaltsverzeichnis

  1. Deckblatt / Header
  2. Ueberblick
  3. Systemvoraussetzungen
  4. Installation und Start
  5. Tab 1: Analyse
  6. Tab 2: Passwort-Audit
  7. Tab 3: Remediation
  8. Tab 4: Ergebnis
  9. Tab 5: Sicherheits-Audit
  10. Tab 6: Policies
  11. Sicherheitsreferenz
  12. Fehlerbehebung / Troubleshooting
  13. Glossar

Ueberblick

Der AD Password Policy Auditor unterstuetzt Administratoren dabei, Passwort- und Kontorisiken in Active Directory schnell sichtbar zu machen. Das Tool kombiniert drei Blickwinkel: Passwortalter, Passwortqualitaet und sicherheitsrelevante Kontokonfigurationen.

Transparenz Zeigt veraltete, nie gesetzte oder besonders riskante Konten strukturiert in DataGrids und KPI-Karten an.
Risikoreduktion Hilft bei der Priorisierung von CRITICAL-, MEDIUM- und LOW-Findings fuer gezielte Remediation.
Betriebssicherheit Unterstuetzt Dry-Run, Notification-CSV und Protokollierung, damit Aenderungen kontrolliert erfolgen.

Systemvoraussetzungen

Hinweis zu Rechten: Fuer DSInternals wird in der Praxis die Berechtigung Replicating Directory Changes All benoetigt, da Passwortdaten per Replikationsschnittstelle gelesen werden.

Installation und Start

Dateien und Verzeichnisstruktur

  • AD-PasswordPolicyAuditor.ps1
  • WeakPasswords.txt
  • DSInternals\ Ordner mit Moduldateien
  • Handbuch.html im gleichen Ordner wie das Skript

Startbefehl

& "C:\Temp\AD-PasswordPolicyAuditor.ps1"
Startablauf
  1. PowerShell 5.1 startet das Skript im STA-Modus.
  2. Das ActiveDirectory Modul wird geladen.
  3. DSInternals wird automatisch gesucht: installiertes Modul oder lokaler Unterordner.
  4. WeakPasswords.txt wird automatisch neben dem Skript erkannt.
  5. Es erscheint ein Verbindungsdialog fuer den Domain Controller.
Verbindungsdialog
  • DC-Auswahl: Vorauswahl auf Basis des Logon-Servers, manuell anpassbar.
  • Alternative Credentials: Optionaler Credential-Dialog fuer abweichende AD-Anmeldedaten.
  • Validierung: Vor dem Start wird die AD-Verbindung per Get-ADDomain getestet.

Tab 1: Analyse (pwdLastSet)

Dieser Tab bewertet, wann Passwoerter zuletzt geaendert wurden. Ziel ist es, Konten mit veralteten oder nie gesetzten Passwoertern schnell zu erkennen.

Funktionsweise
  • Cutoff-Datum: Alle Passwoerter aelter als dieses Datum gelten als VERALTET.
  • Policy-Filter: Filtert nach Default Domain Policy oder Fine-Grained Password Policies.
  • SearchBase: Beschraenkt die Analyse auf eine OU oder den gesamten RootDN.
  • Statuslogik: KONFORM, VERALTET oder NIE GESETZT.
Ergebnis-Spalten
SpalteBedeutung
SelectedMarkierung fuer Remediation.
SamAccountNameEindeutiger Anmeldename des Kontos.
DisplayNameAnzeigename des Benutzers.
DepartmentFachbereich laut AD-Attribut.
PasswordLastSetStrFormatiertes Datum der letzten Passwortaenderung oder NIE GESETZT.
PasswordAgeDaysAlter des Passworts in Tagen.
AppliedPolicyWirksame Passwortpolicy des Kontos.
StatusKONFORM, VERALTET oder NIE GESETZT.
EnabledZeigt, ob das Konto aktiviert ist.

Mit Select all stale koennen veraltete Konten gesammelt fuer die Remediation vorbereitet werden.

Tab 2: Passwort-Audit (DSInternals)

Dieser Tab repliziert AD-Passwort-Hashes mit DSInternals und bewertet die Passwortqualitaet. Damit werden Risiken gefunden, die im reinen pwdLastSet-Modell unsichtbar bleiben.

Voraussetzungen
  • DSInternals Modul muss geladen sein.
  • Der ausfuehrende Kontext braucht typischerweise Replicating Directory Changes All.
  • Fuer grosse Umgebungen sollte die Dictionary-Datei lokal und performant verfuegbar sein.
WeakPasswords.txt

Die Datei WeakPasswords.txt dient als Schwachwortliste. Sie kann grosse Sammlungen wie rockyou, ignis und deutschsprachige Wortlisten enthalten. In produktiven Umgebungen ist auch eine sortierte NTLM-Hash-Liste moeglich.

Das Tool erkennt automatisch, ob es sich um Klartext-Passwoerter oder NTLM-Hashes handelt.

Pruefungen
  • Leeres Passwort
  • Passwort identisch mit Username
  • Doppelt verwendete Passwoerter
  • Treffer in Breach- oder Schwachwortliste
  • Reversible Encryption
  • LM Hash
  • DES-Only
  • Optional zusaetzliche DSInternals-Meldungen wie fehlende Komplexitaet
Ergebnis-Spalten
SpalteBedeutung
SelectedMarkierung fuer Remediation.
SamAccountNameBenutzername des Kontos.
DisplayNameAnzeigename.
IssuesKommaseparierte Liste gefundener Passwortprobleme.
IssueCountAnzahl der Issues je Konto.
DepartmentAD-Fachbereich, falls vorhanden.
EnabledAktivierungsstatus des Kontos.

Tab 3: Remediation

Die Remediation dient dazu, ausgewaehlte Benutzerkonten in einen kontrollierten Aenderungsprozess zu ueberfuehren.

Force Change Setzt pwdLastSet=0 und erzwingt einen Passwortwechsel beim naechsten Logon.
Notification Only Erstellt nur eine Benachrichtigungs-CSV, ohne AD zu veraendern.
Dry-Run Simuliert den Ablauf fuer sichere Vorabpruefung und Change-Freigabe.
Filter und Schutzmechanismen
  • Only enabled accounts: Begrenzt Massnahmen auf aktivierte Konten.
  • Exclude svc*, srv*, sa-*: Blendet typische Service-Account-Namensmuster aus.
  • Deduplication: Mehrfach markierte Konten werden fuer Remediation nur einmal verarbeitet.
Protokoll und Ergebnis

Alle Schritte werden im Log-Fenster dokumentiert. Bei Notification Only wird eine CSV im Skriptordner erzeugt, typischerweise mit einem Namen wie Notification-YYYYMMDD-HHMMSS.csv.

Nach Ausfuehrung aktualisiert das Tool automatisch den Tab Ergebnis.

Tab 4: Ergebnis

Der Ergebnis-Tab zeigt einen Vorher/Nachher-Vergleich mit Fortschrittsbalken und KPI-Karten.

Anzeigen im Detail
  • KPI-Karten: Vorher Problemkonten, Ausgewaehlt, Bearbeitet, Fehler.
  • Progress Bars: Visualisieren den Compliance-Stand vor und nach der geplanten oder durchgefuehrten Remediation.
  • Remediation-Protokoll: Enthalten sind Timestamp, SamAccountName, DisplayName, Source, Action, Result und Details.

Die Prozentwerte sind projektiert: Bei Analyse und Passwort-Audit wird angezeigt, wie sich die Lage nach Bearbeitung der ausgewaehlten Konten entwickeln wuerde.

Tab 5: Sicherheits-Audit

Der Sicherheits-Audit bewertet AD-Konten anhand sicherheitskritischer Attribute und Konfigurationen. Die Ergebnisse werden pro Konto konsolidiert und nach Severity gewichtet.

Bedienung
  • Sicherheits-Audit starten: Startet die Attributpruefung ueber den aktuellen RootDN.
  • Referenz / Hilfe: Oeffnet dieses Handbuch direkt im Abschnitt Sicherheitsreferenz.
  • Select CRITICAL: Markiert alle Konten mit Severity CRITICAL.
  • Select all with findings: Markiert alle Konten mit mindestens einem Finding.
KPI-Karten und Detailzaehler
  • Total Users: Anzahl gescannter Benutzerobjekte.
  • With Findings: Konten mit mindestens einem Finding.
  • CRITICAL / MEDIUM / LOW: Hoechster Schweregrad je Konto.
  • krbtgt PW Alter: Passwortalter des krbtgt-Kontos als Spezial-KPI.
  • Detailzaehler: Einzelzaehler fuer z. B. PasswordNotRequired, ReversibleEncryption, ASREPRoast, DES-Only, RC4-Only, Kerberoastable, UnconstrainedDelegation, SIDHistory oder LockedOut.
Ergebnis-Spalten
SpalteBedeutung
SelectedMarkierung fuer Remediation.
SamAccountNameBetroffenes Konto.
DisplayNameAnzeigename.
SeverityOK, LOW, MEDIUM oder CRITICAL.
FindingsKommaseparierte Liste der erkannten Sicherheitsprobleme.
CountAnzahl der Findings pro Konto.
DepartmentFachbereich.
PwdLastSetDatum der letzten Passwortaenderung.
LastLogonDatum der letzten Anmeldung.
EnabledJa oder Nein.

Tab 6: Policies

Der Policy-Tab zeigt die Default Domain Policy und vorhandene Fine-Grained Password Policies in einer vergleichbaren Uebersicht.

Angezeigte Attribute
SpalteBedeutung
PolicyNameName der Policy.
TypeDefault oder FGPP.
PrecedenceReihenfolge der FGPP-Auswertung.
MinLengthMinimale Passwortlaenge.
HistoryCountAnzahl historischer Passwoerter.
MaxAgeDaysMaximales Passwortalter in Tagen.
MinAgeDaysMinimales Passwortalter in Tagen.
ComplexityEnabledKomplexitaetsanforderung aktiv.
ReversibleEncryptionEnabledSpeicherung in reversibler Form erlaubt.
LockoutThresholdFehlversuche bis Sperre.
AppliesToBetroffene Gruppen oder Benutzerobjekte.

Sicherheitsreferenz

Die folgende Referenz beschreibt alle 15 Security-Audit Findings im Detail. Jeder Eintrag enthaelt Name, Schweregrad, AD-Attribut, Bedeutung, Risiko, empfohlene Massnahme und ein PowerShell-Beispiel.

1. PasswordNotRequired
NamePasswordNotRequired
SchweregradCRITICAL
AD-AttributUserAccountControl Flag PASSWD_NOTREQD (0x0020)

Beschreibung: Das Konto kann ohne Passwort existieren oder betrieben werden.

Risiko/Angriffsvektor: Angreifer koennen ein Kennwort-freies oder schwach abgesichertes Konto fuer Initial Access, laterale Bewegung oder Persistenz missbrauchen.

Empfohlene Massnahme: Flag deaktivieren und ein starkes Passwort setzen.

Get-ADUser -Filter * -Properties PasswordNotRequired |
  Where-Object { $_.PasswordNotRequired } |
  Select-Object SamAccountName, PasswordNotRequired

Set-ADUser -Identity <user> -PasswordNotRequired $false
2. ReversibleEncryption
NameReversibleEncryption
SchweregradCRITICAL
AD-AttributAllowReversiblePasswordEncryption

Beschreibung: Das Passwort wird in einer Form gespeichert, die funktional einem Klartext-Aequivalent entspricht.

Risiko/Angriffsvektor: Bei Directory-Kompromittierung oder Missbrauch privilegierter Rechte sind Passwoerter deutlich leichter wiederherstellbar.

Empfohlene Massnahme: Reversible Speicherung deaktivieren und das Passwort anschliessend neu setzen, damit die alte Speicherung verschwindet.

Get-ADUser -Identity <user> -Properties AllowReversiblePasswordEncryption |
  Select-Object SamAccountName, AllowReversiblePasswordEncryption

Set-ADUser -Identity <user> -AllowReversiblePasswordEncryption $false
Set-ADAccountPassword -Identity <user> -Reset -NewPassword (Read-Host -AsSecureString)
3. NoPreAuth / ASREPRoast
NameNoPreAuth / ASREPRoast
SchweregradCRITICAL
AD-AttributDoesNotRequirePreAuth bzw. UAC 0x400000

Beschreibung: Kerberos-Pre-Authentication ist deaktiviert.

Risiko/Angriffsvektor: Angreifer koennen ohne vorherige Anmeldung AS-REP-Daten anfordern und den Hash offline brute-forcen.

Empfohlene Massnahme: Pre-Authentication aktivieren. Ausnahmen nur dokumentiert und technisch begruendet zulassen.

Get-ADUser -Filter * -Properties DoesNotRequirePreAuth |
  Where-Object { $_.DoesNotRequirePreAuth } |
  Select-Object SamAccountName, DoesNotRequirePreAuth

Set-ADAccountControl -Identity <user> -DoesNotRequirePreAuth $false
4. UnconstrainedDelegation
NameUnconstrainedDelegation
SchweregradCRITICAL
AD-AttributTrustedForDelegation

Beschreibung: Das System oder Konto darf sich gegenueber Diensten als jeder Benutzer ausgeben, der sich dort anmeldet.

Risiko/Angriffsvektor: Kompromittierte Delegationsziele ermoeglichen den Missbrauch hochprivilegierter TGTs und damit umfassende laterale Bewegung.

Empfohlene Massnahme: Auf Constrained Delegation oder Resource-Based Constrained Delegation umstellen, falls Delegation wirklich noetig ist.

Get-ADUser -Filter * -Properties TrustedForDelegation |
  Where-Object { $_.TrustedForDelegation } |
  Select-Object SamAccountName, TrustedForDelegation

Set-ADAccountControl -Identity <user> -TrustedForDelegation $false
5. DES-Only Encryption
NameDES-Only Encryption
SchweregradMEDIUM
AD-AttributUseDESKeyOnly bzw. msDS-SupportedEncryptionTypes nur 1 oder 2

Beschreibung: Das Konto nutzt ausschliesslich DES-basierte Kerberos-Verschluesselung.

Risiko/Angriffsvektor: DES ist kryptographisch veraltet und extrem schwach. Offline-Angriffe sind realistisch.

Empfohlene Massnahme: DES deaktivieren und AES128 sowie AES256 aktivieren.

Get-ADUser -Filter * -Properties UseDESKeyOnly, msDS-SupportedEncryptionTypes |
  Where-Object { $_.UseDESKeyOnly -or $_.'msDS-SupportedEncryptionTypes' -in 1,2 } |
  Select-Object SamAccountName, UseDESKeyOnly, @{Name='Enc';Expression={$_.'msDS-SupportedEncryptionTypes'}}

Set-ADUser -Identity <user> -Replace @{'msDS-SupportedEncryptionTypes'=24}
6. RC4-Only (no AES)
NameRC4-Only (no AES)
SchweregradMEDIUM
AD-AttributmsDS-SupportedEncryptionTypes = RC4, aber ohne AES128/AES256

Beschreibung: Das Konto verwendet nur RC4-HMAC und bietet keine AES-Optionen an.

Risiko/Angriffsvektor: Kerberoasting wird deutlich attraktiver, da RC4-basierte Service-Tickets leichter offline angreifbar sind.

Empfohlene Massnahme: AES128 und AES256 zusaetzlich aktivieren, Alt-Clients pruefen und anschliessend RC4 wenn moeglich abbauen.

Get-ADUser -Filter * -Properties msDS-SupportedEncryptionTypes |
  Where-Object {
    $v = $_.'msDS-SupportedEncryptionTypes'
    ($v -band 4) -and -not ($v -band 8) -and -not ($v -band 16)
  } |
  Select-Object SamAccountName, @{Name='Enc';Expression={$_.'msDS-SupportedEncryptionTypes'}}

Set-ADUser -Identity <user> -Replace @{'msDS-SupportedEncryptionTypes'=28}
7. SPN set / Kerberoastable
NameSPN set / Kerberoastable
SchweregradMEDIUM
AD-AttributServicePrincipalName auf Benutzerkonto

Beschreibung: Das Benutzerkonto besitzt mindestens einen SPN und ist damit fuer Service-Tickets adressierbar.

Risiko/Angriffsvektor: Angreifer koennen Kerberos-Service-Tickets anfordern und offline gegen das Service-Passwort cracken.

Empfohlene Massnahme: Managed Service Accounts oder gMSA verwenden. Alternativ ein sehr starkes, langes Passwort von mindestens 25 Zeichen erzwingen.

Get-ADUser -Filter { ServicePrincipalName -like "*" } -Properties ServicePrincipalName |
  Select-Object SamAccountName, ServicePrincipalName

Set-ADUser -Identity <user> -ServicePrincipalNames @{Remove='HTTP/app01.contoso.local'}
8. ProtocolTransition
NameProtocolTransition
SchweregradMEDIUM
AD-AttributTrustedToAuthForDelegation

Beschreibung: Das Konto darf S4U2Self Protocol Transition verwenden.

Risiko/Angriffsvektor: Ein kompromittierter Dienst kann Tickets fuer beliebige Benutzer anfordern und damit Identitaeten missbrauchen.

Empfohlene Massnahme: Nur aktiv lassen, wenn fachlich zwingend. Bevorzugt Constrained Delegation mit klaren Zielsystemen verwenden.

Get-ADUser -Filter * -Properties TrustedToAuthForDelegation |
  Where-Object { $_.TrustedToAuthForDelegation } |
  Select-Object SamAccountName, TrustedToAuthForDelegation

Set-ADAccountControl -Identity <user> -TrustedToAuthForDelegation $false
9. NotInProtectedUsers
NameNotInProtectedUsers
SchweregradMEDIUM
AD-AttributAdminCount=1 ohne Mitgliedschaft in "Protected Users"

Beschreibung: Ein privilegiertes Konto nutzt nicht die Schutzmechanismen der Gruppe Protected Users.

Risiko/Angriffsvektor: Reduzierter Schutz gegen Credential Theft, NTLM-Nutzung und missbrauchbare Langzeit-Tickets.

Empfohlene Massnahme: Eignung pruefen und privilegierte Benutzer wenn moeglich in die Gruppe aufnehmen.

Get-ADUser -Filter { AdminCount -eq 1 } -Properties AdminCount |
  Select-Object SamAccountName, AdminCount
Get-ADGroupMember "Protected Users" -Recursive | Select-Object Name, SamAccountName

Add-ADGroupMember "Protected Users" -Members <user>
10. SIDHistory
NameSIDHistory
SchweregradMEDIUM
AD-AttributSIDHistory

Beschreibung: Das Konto traegt zusaetzliche historische SIDs aus Migrationen oder frueheren Domaintopologien.

Risiko/Angriffsvektor: SID Injection oder unerwartete Zugriffe auf Altberechtigungen koennen Privilegieneskalation und Persistenz ermoeglichen.

Empfohlene Massnahme: Nach abgeschlossener Migration Alt-SIDs fachlich pruefen und kontrolliert bereinigen.

Get-ADUser -Filter * -Properties SIDHistory |
  Where-Object { $_.SIDHistory } |
  Select-Object SamAccountName, SIDHistory

# Bereinigung nur nach Test und Freigabe, Beispiel:
Set-ADObject -Identity (Get-ADUser <user>).DistinguishedName -Clear SIDHistory
11. PasswordNeverExpires
NamePasswordNeverExpires
SchweregradLOW
AD-AttributPasswordNeverExpires

Beschreibung: Das Passwort des Kontos unterliegt keiner regulaeren Ablaufregel.

Risiko/Angriffsvektor: Kompromittierte Kennwoerter bleiben laenger nutzbar und werden seltener erneuert.

Empfohlene Massnahme: Nur fuer technisch begruendete Ausnahmen verwenden. Sonst Ablauf wieder aktivieren.

Get-ADUser -Filter * -Properties PasswordNeverExpires |
  Where-Object { $_.PasswordNeverExpires } |
  Select-Object SamAccountName, PasswordNeverExpires

Set-ADUser -Identity <user> -PasswordNeverExpires $false
12. AdminCount=1
NameAdminCount=1
SchweregradLOW
AD-AttributAdminCount

Beschreibung: Das Konto war oder ist Mitglied einer privilegierten Gruppe. SDProp setzt dadurch Sicherheits-ACLs speziell durch.

Risiko/Angriffsvektor: Nicht mehr privilegierte Alt-Konten koennen uebersehene Sonderrechte oder unerwartete ACL-Effekte behalten.

Empfohlene Massnahme: Privilegierungsstatus pruefen. Wenn das Konto dauerhaft nicht mehr privilegiert ist, nach fachlicher Pruefung AdminCount bereinigen.

Get-ADUser -Filter { AdminCount -eq 1 } -Properties AdminCount, MemberOf |
  Select-Object SamAccountName, AdminCount, MemberOf

Set-ADObject -Identity (Get-ADUser <user>).DistinguishedName -Replace @{adminCount=0}
13. StaleAccount (>90d)
NameStaleAccount (>90d)
SchweregradLOW
AD-AttributLastLogonDate

Beschreibung: Das Konto hat seit mehr als 90 Tagen keine Anmeldung mehr gezeigt oder nie geloggt.

Risiko/Angriffsvektor: Unbeobachtete Alt-Konten sind attraktive Ziele fuer Password Spraying, Credential Stuffing oder versteckte Persistenz.

Empfohlene Massnahme: Fachlich pruefen, anschliessend deaktivieren, verschieben oder loeschen.

$limit = (Get-Date).AddDays(-90)
Get-ADUser -Filter * -Properties LastLogonDate, Enabled |
  Where-Object { $_.Enabled -and (!$_.LastLogonDate -or $_.LastLogonDate -lt $limit) } |
  Select-Object SamAccountName, LastLogonDate, Enabled

Disable-ADAccount -Identity <user>
14. LockedOut
NameLockedOut
SchweregradLOW
AD-AttributLockedOut

Beschreibung: Das Konto ist aktuell gesperrt.

Risiko/Angriffsvektor: Eine Sperre kann auf Brute-Force, fehlerhafte Dienste, veraltete gespeicherte Kennwoerter oder Passwort-Spraying hinweisen.

Empfohlene Massnahme: Ursache analysieren, Protokolle pruefen und das Konto nur nach Klaerung entsperren.

Search-ADAccount -LockedOut | Select-Object Name, SamAccountName

Unlock-ADAccount -Identity <user>
15. krbtgt Password Age
Namekrbtgt Password Age
SchweregradSpecial KPI
AD-AttributPasswordLastSet des krbtgt-Kontos

Beschreibung: Das Tool zeigt das Alter des krbtgt-Passworts als eigenstaendige Kennzahl an.

Risiko/Angriffsvektor: Ein sehr altes krbtgt-Passwort verlaengert die Lebensdauer erfolgreicher Golden-Ticket-Angriffe. Als Praxisgrenze gelten haeufig mehr als 180 Tage.

Empfohlene Massnahme: Geplanten Doppel-Reset des krbtgt-Passworts mit Replikationswartezeit und Betriebsfreigabe durchfuehren.

Get-ADUser -Identity krbtgt -Properties PasswordLastSet |
  Select-Object SamAccountName, PasswordLastSet

Set-ADAccountPassword -Identity krbtgt -Reset -NewPassword (Read-Host -AsSecureString)
# Replikation abwarten, danach ein zweites Mal zuruecksetzen.

Fehlerbehebung / Troubleshooting

IDN/IRI Fehler

Wenn das ActiveDirectory Modul mit URI- oder Internationalisierungsfehlern reagiert, pruefen Sie die PowerShell-Version und die .NET-Umgebung. Das Skript aktiviert IDN- und IRI-Support bereits beim Start, um bekannte AD-Modul-Fehler zu umgehen.

$PSVersionTable.PSVersion
[System.UriParser] | Out-String
AD Web Services nicht erreichbar

Fehlschlaege bei Get-ADDomain, Get-ADUser oder Policy-Abfragen deuten oft auf einen nicht erreichbaren Domain Controller oder ADWS-Probleme hin.

Test-NetConnection <dc-fqdn> -Port 9389
Get-ADDomain -Server <dc-fqdn>
DSInternals Installationsprobleme

Wenn Tab 2 nicht funktioniert, laden Sie DSInternals manuell oder legen Sie das Modul im Unterordner DSInternals\ ab. Stellen Sie sicher, dass die passende Architektur und PowerShell-Version verwendet wird.

Get-Module -ListAvailable DSInternals
Import-Module "C:\BK_Pass\DSInternals\DSInternals\7.0\DSInternals.psd1" -Force
Berechtigungsfehler

Fehlen Lese- oder Replikationsrechte, schlagen Analyse, DSInternals oder Remediation fehl. Verwenden Sie bei Bedarf alternative Credentials im Verbindungsdialog.

whoami /groups
Get-ADUser -Identity <user> -Server <dc-fqdn>

Glossar

BegriffErklaerung
ADActive Directory, der Verzeichnisdienst von Microsoft.
RSATRemote Server Administration Tools mit AD-Cmdlets fuer PowerShell.
FGPPFine-Grained Password Policy, passwortbezogene Sonderrichtlinie fuer bestimmte Benutzer oder Gruppen.
SPNService Principal Name, Identifikator fuer Kerberos-Dienste.
KerberoastingOffline-Angriff gegen Service-Tickets mit Ziel auf das Service-Passwort.
ASREPRoastingOffline-Angriff auf Konten ohne Kerberos-Pre-Authentication.
SIDHistoryHistorische SIDs aus Domainen- oder Forest-Migrationen.
krbtgtSpezialkonto fuer Kerberos Ticket Granting Tickets.
Dry-RunSimulierter Lauf ohne produktive AD-Aenderung.
RemediationGeplante technische Massnahme zur Risikoreduktion.