SP
Microsoft Learn Style – SharePoint Subscription Edition Sicherheitsanalyse
Level 400 · Expert Security Analysis

SharePoint Subscription Edition Sicherheitsanalyse für die Hausfeld Gruppe GmbH & Co. KG

Definitive technische Referenz für die Härtung, Protokollbewertung, Bedrohungsmodellierung und Überwachung einer SharePoint Subscription Edition Farm auf Azure IaaS nach vollständiger Ablösung des früheren Rechenzentrums in Düsseldorf.

Letzte Aktualisierung: 15.06.2026 Geschätzte Lesezeit: ca. 45 Minuten Zielgruppe: IT Security, SharePoint Administrators, Infrastructure Architects, SOC, IAM
Wesentliche Kernaussage Für das Zielbild der Hausfeld Gruppe ist OIDC mit Microsoft Entra ID die primäre Authentifizierung. Kerberos bleibt nur für interne, streng kontrollierte Server-zu-Server- oder Intranet-Szenarien zulässig. NTLM, Legacy SOAP, unnötiges WebDAV und unsegmentierte East-West-Kommunikation sind in Azure IaaS nicht vertretbar.
1. Einleitung & Zielsetzung

1. Einleitung & Zielsetzung

Diese Analyse bewertet die Sicherheitslage einer SharePoint Subscription Edition (SPSE) Umgebung der fiktiven Hausfeld Gruppe GmbH & Co. KG nach einer vollständigen Migration von einem historisch gewachsenen On-Premises-Betrieb in Düsseldorf auf Azure IaaS Virtual Machines in der Region West Europe. Fokus ist nicht nur das klassische SharePoint Hardening, sondern die Gesamtrisikolage im Zusammenspiel aus Identity, Netzwerk, Betriebssystem, Farm-Topologie, SQL Always On und Monitoring.

  • Zweck: Ableitung eines belastbaren Sicherheitszielbilds, Identifikation architektureller Rest-Risiken und Priorisierung konkreter Remediation-Maßnahmen.
  • Scope: SharePoint Subscription Edition Farm auf Azure IaaS, inklusive Azure Netzwerk, Windows Server, SQL Server Always On, Active Directory, Entra ID Federation/OIDC, ULS, SIEM und betriebliche Sicherheitsprozesse.
  • Nicht im Scope: SharePoint Online, Microsoft 365 Multi-Tenant Administration, generische Secure Coding Guidelines für Eigenentwicklungen ohne SharePoint-Bezug.
  • Zielgruppe: CISO-nahe Fachbereiche, IAM/AD Engineers, SharePoint-Farm-Admins, Azure Landing Zone Architekten, SOC/DFIR, SQL DBAs.
Hausfeld-spezifischer Kontext Die Hausfeld Gruppe betreibt seit 2007 SharePoint für Intranet, Dokumentenmanagement, Vertriebsberater-Portal, Produktdokumentation, HR Self-Service, Projektmanagement und Compliance-Workflows. Mit rund 15.000 Benutzern – inklusive externer Sales Consultants – ist die Plattform nicht bloß Kollaboration, sondern ein geschäftskritischer Produktionsservice.

Der historische Versionspfad 2007 → 2010 → 2013 → 2016 → SPSE impliziert erfahrungsgemäß Altlasten: vererbte Web Applications, Legacy Alternate Access Mappings, alte Claims Provider, benutzerdefinierte Lösungen, verbliebene _vti_bin-Integrationen, veraltete Authentifizierungs-Fallbacks, großzügige Servicekonto-Berechtigungen und nicht mehr benötigte Features. Gerade nach einer Infrastrukturmigration auf Azure dürfen diese Muster nicht “mitgenommen und neu verpackt”, sondern müssen aktiv reduziert werden.

2. Ausgangssituation

2. Ausgangssituation

Die Hausfeld Gruppe ist ein familiengeführter Premium-Hausgerätehersteller aus Düsseldorf mit rund 8.000 Mitarbeitenden, über 50 Landesgesellschaften und einem stark beratungsgetriebenen Direktvertriebsmodell. Technisch resultiert daraus eine heterogene Identity- und Kollaborationslandschaft, in der interne Mitarbeitende, externe Handelsvertretungen, HR, Legal und Compliance-Workflows auf dieselbe SharePoint-Plattform zugreifen.

2.1 AD-Forest- und Domain-Struktur

Ebene Ausprägung im Szenario Sicherheitsrelevanz
Forest hausfeld.local Enterprise Admin / Schema Admin Exposure muss minimiert werden; Forest ist der eigentliche Blast-Radius.
Child Domains production.hausfeld.local, sales.hausfeld.local Historisch separierte Administrations- und Vertriebsstrukturen; erhöht Komplexität bei SPNs, Gruppenauflösung, Trust Transitivity und AuthN-Troubleshooting.
Identity Source AD DS in Azure IaaS, Synchronisation ausgewählter Identitäten nach Microsoft Entra ID Ermöglicht OIDC/MFA/Conditional Access, erhöht jedoch die Kritikalität von Hybrid-Identity-Hardening.
PKI Interne Enterprise CA für interne TLS-, WinRM-, gMSA- und ggf. Client-Zertifikate Fehlkonfiguration der PKI wirkt sich unmittelbar auf TLS, Smart Card, JEA, SQL, STS und OIDC-Trusts aus.

Abbildung 1: Active-Directory-Forest, Hybrid-Identity und PKI-Beziehungen

Forest-Struktur und Hybrid-Identity Tier-0 Abhängigkeiten für SharePoint SE: Forest, PKI, OUs und Microsoft Entra ID Enterprise CA (PKI) TLS · gMSA · WinRM · Zertifikate hausfeld.local Forest Root · Enterprise Admin Blast Radius Microsoft Entra ID MFA · Conditional Access · OIDC production.hausfeld.local Child Domain · Produktion / Betriebsrollen sales.hausfeld.local Child Domain · Vertrieb / Consultants IT-Admins Produktion Vertrieb / Consultants Extranet-, Portal- und HR-Zugriffe AD Connect Sync Forest Root steuert Vertrauensstellungen, PKI und Hybrid-Identity – Fehlkonfigurationen wirken unmittelbar auf SharePoint, SQL und OIDC.

2.2 Ziel-Topologie der SharePoint-Farm in Azure

Tier Server MinRole / Funktion Sicherheitskommentar
Edge / Reverse Proxy Azure Application Gateway WAF v2 TLS Termination/Bridging, WAF, Listener, Header Sanitization Öffentlich exponierter Einstiegspunkt; Backends ausschließlich private IPs.
Web Front End SP-WFE01, SP-WFE02 Front-end with Distributed Cache offload disabled on WFE Keine Administrationsarbeiten direkt; Browser Requests, REST, CSOM, SOAP nur via WAF/AppGW.
Application SP-APP01, SP-APP02 Application + Central Admin + Timer + ggf. Distributed Cache Höchstes Privilege Aggregation Risk; JEA/JIT obligatorisch.
Search SP-SRCH01 Dedicated Search Index enthält hochsensible Metadaten; keine allgemeine Administrationsnutzung.
Database SQL-AG01, SQL-AG02 SQL Server Always On Availability Group TDE, TLS, Audit und minimale Surface Area zwingend.

Abbildung 2: Ziel-Topologie der SharePoint-Farm auf Azure IaaS

Edge / TLS Web Front End Tier Application & Search Tier Database Tier Domain Controllers AD DS Kerberos LDAPS Dienste für alle Tiers Azure Application Gateway + WAF v2 Edge / TLS Termination · Header Sanitization · Public Entry Point SP-WFE01 Web Front End Tier SP-WFE02 Web Front End Tier NSG SP-APP01 Central Admin · Timer Administrative Steuerung SP-APP02 Distributed Cache Service Applications SP-SRCH01 Search Tier Index / Crawl / Query NSG Always On AG Listener SQL-AG01 SQL-AG02 NSG AD DS / Kerberos / LDAPS Zwischen den Tiers werden nur definierte Ports freigeschaltet; NSGs und private IPs begrenzen laterale Bewegung.

2.3 Netzwerkarchitektur

Ein realistisches Azure VNet für die Hausfeld Gruppe ist beispielsweise 10.40.0.0/16 mit segmentierten Subnetzen:

Subnetz Beispiel Zweck Kontrollen
App Gateway 10.40.0.0/24 Öffentlicher Eintrittspunkt / WAF Nur 443 inbound aus Internet; Backend nur WFE:443.
WFE 10.40.10.0/24 HTTP Pipeline, REST, CSOM, WebDAV Kein direkter RDP-Zugriff aus User-Netzen; nur JIT/PAW.
APP 10.40.20.0/24 Service Apps, Timer Jobs, Central Admin Hochsegmentiert; WinRM nur aus Management-Subnetz.
Search 10.40.30.0/24 Crawl/Query Components Nur definierte Search-Ports zu WFE/APP/SQL.
SQL 10.40.40.0/24 Always On, Listener, Backup Kein Public IP; nur SharePoint und DBA-PAWs.
Management 10.40.50.0/24 PAW, Bastion/Jump, Monitoring Source of truth für RDP/WinRM/JEA.
Identity 10.40.60.0/24 Domain Controller, ADFS/Entra Connect falls vorhanden Isoliert, höchste Priorität für Tier-0 Kontrollen.
Migrationseffekt Auch wenn das alte Düsseldorfer Datacenter abgeschaltet wurde, bleibt eine abgesicherte Anbindung an die Düsseldorfer Zentrale und internationale Standorte erforderlich. ExpressRoute ist für planbare, private Konnektivität vorzuziehen; Site-to-Site VPN ist nur Fallback oder für kleinere Landesgesellschaften geeignet. Netzwerkflüsse müssen nach der Migration neu bewertet werden, weil “früher intern” in Azure nicht automatisch “vertrauenswürdig” bedeutet.

Abbildung 3: Segmentierte Azure-VNet-Architektur für SharePoint SE

Azure VNet 10.40.0.0/16 Region: West Europe · Segmentierung für SharePoint Subscription Edition AppGW Subnet 10.40.0.0/24 Application Gateway / WAF / Öffentliche Listener NSG WFE Subnet 10.40.10.0/24 Browser-Requests · REST · CSOM · WebDAV NSG APP Subnet 10.40.20.0/24 NSG Search Subnet 10.40.30.0/24 NSG SQL Subnet 10.40.40.0/24 Always On · Listener · Backup · Kein Public IP NSG Mgmt Subnet 10.40.50.0/24 PAW · JEA · Monitoring NSG Identity Subnet 10.40.60.0/24 AD DS · Entra Connect NSG Düsseldorf HQ Zentrale / Standorte Private WAN-Anbindung Internet Users / Browser Azure Bastion ExpressRoute JIT / PAW AD DS / Kerberos Bastion-Zugriff

2.4 Migrationskontext und Sicherheitsimplikationen

  • Content Database Attach / Farm Modernisierung: Altlasten aus Legacy Web Applications und Solutions können stillschweigend mitgewandert sein.
  • DNS & TLS Cutover: Zertifikate, AAMs, Host Header Bindings und SPNs müssen vollständig neu validiert werden.
  • Externe Consultants: Historisch gewachsene Extranet-Konzepte mit FBA/NTLM sind nach Azure-Migration nicht mehr akzeptabel; MFA/Conditional Access ist Pflicht.
  • Operational Shift: Backups, Patching, Defender, Sentinel, NSG Flow Logs und JIT Access gehören zur Zielarchitektur, auch wenn sie im On-Prem-Betrieb nie benötigt wurden.
3. Zugriffsmethoden und Protokolle im Detail

3. Zugriffsmethoden und Protokolle im Detail

SharePoint bietet funktional nicht nur “Webzugriff”, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Protokoll- und API-Oberflächen. In Sicherheitsbewertungen werden diese häufig als gleichwertig behandelt; tatsächlich unterscheiden sie sich massiv hinsichtlich Session Handling, Authentisierung, Token-Schutz, Protokollverbosität und Missbrauchspotenzial.

3.1 HTTP/HTTPS Web-Zugriff

  • Technische Funktionsweise: Browser sprechen SharePoint typischerweise via HTTPS 443/TCP an. Authentisierung erfolgt per Negotiate/Kerberos, OIDC Redirect, SAML Redirect oder FBA/Cookie. Nach erfolgreicher Authentisierung werden FedAuth/rtFa/Session Cookies und ggf. Request Digest Tokens für POST-Operationen eingesetzt.
  • Default-Konfiguration: Historisch existieren oft parallel HTTP:80 und HTTPS:443. SPSE selbst erzwingt TLS nicht automatisch. Cipher Suites richten sich nach Windows Schannel und nicht nach SharePoint.
  • Sicherheitsimplikationen: Ohne HSTS, TLS 1.2+, moderne Cipher Suites, Cookie Security Flags, Host Header Validation und WAF bleibt die primäre Angriffsfläche offen. Mögliche Schwächen: Downgrade, Session Hijacking, Verb Tampering, verbose error pages, Response Header Leakage.
  • Risikostufe: Hoch bei fehlendem TLS Hardening; Mittel im gehärteten Zielbild.
TLS Hardening – Registry
; Nur TLS 1.2+ erlauben
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\SecurityProviders\SCHANNEL\Protocols\TLS 1.0\Server\Enabled = 0
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\SecurityProviders\SCHANNEL\Protocols\TLS 1.1\Server\Enabled = 0
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\SecurityProviders\SCHANNEL\Protocols\TLS 1.2\Server\Enabled = 1
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\SecurityProviders\SCHANNEL\Protocols\TLS 1.2\Client\Enabled = 1

; HSTS am Reverse Proxy / App Gateway Header Rewrite
Strict-Transport-Security: max-age=31536000; includeSubDomains

3.2 WebDAV

  • Technik: SharePoint exponiert Dokumentbibliotheken über WebDAV-Methoden wie PROPFIND, OPTIONS, LOCK, UNLOCK, PUT und Namespace-Erweiterungen unter HTTP(S). Windows Explorer kann Bibliotheken als Netzlaufwerk oder Web Folder darstellen.
  • Default: Nicht jede Farm nutzt WebDAV aktiv, aber Bibliotheken sind häufig implizit kompatibel. In vielen Altumgebungen ist der Zugriff aus Gewohnheit erlaubt, obwohl moderne OneDrive-Sync- oder Browser-Workflows genügen würden.
  • Sicherheitsimplikationen: WebDAV erleichtert Bulk Exfiltration, ist ein klassisches Ziel für NTLM Relay, umgeht teilweise browserseitige Sicherheitskontrollen, schafft Dateisystem-ähnliche Benutzererwartung und kann von unsicheren Client-Systemen missbraucht werden.
  • Risikostufe: Hoch, wenn aus unkontrollierten Netzen erreichbar oder für externe Consultants offen.

3.3 CSOM (Client-Side Object Model)

  • Technik: .NET CSOM nutzt Assemblies wie Microsoft.SharePoint.Client.dll; JavaScript CSOM nutzt Browser-seitige Client-APIs. CSOM serialisiert Anfragen als XML/JSON-Batches an /_vti_bin/client.svc/ProcessQuery.
  • Authentisierung: AuthN folgt dem Web-Kontext (Kerberos/OIDC/SAML/FBA). Tokens/Cookies werden vom Client gehalten; bei App-Only-Szenarien kann OAuth/OIDC indirekt beteiligt sein. Im Browser ist CSOM an Session Cookies gebunden, im Skriptkontext oft an gespeicherte Credentials oder Token Acquisition Flows.
  • Security Notes: CSOM ist extrem mächtig für Enumeration, Permission Mining, Bulk Download und Metadaten-Manipulation. Rate Limits klassischer Art existieren on-prem nicht in gleichem Maße wie in M365.
  • Risikostufe: Hoch aus Sicht Datenzugriff und Automatisierungsmissbrauch.

3.4 REST API (/_api/)

  • Technik: SharePoint REST basiert auf OData-Endpunkten wie /_api/web/lists, /_api/search/query oder /_api/web/GetFolderByServerRelativeUrl(...). Schreibende Operationen erfordern typischerweise ein X-RequestDigest-Token, das über /_api/contextinfo bezogen wird.
  • Default: Endpunkte sind aktiv, sobald die Web Application erreichbar ist. Sie erfordern nicht automatisch separate Härtung.
  • AuthN/Token Handling: Browser nutzen FedAuth/rtFa-Cookies; moderne Integrationen sollten OAuth Bearer Tokens bzw. OIDC-basierte Tokenflüsse verwenden. Ohne explizite Beschränkung können Skripte sehr große Datenmengen seriell oder parallel abziehen.
  • Risikostufe: Hoch für Exfiltration und Permission Enumeration; Mittel im Zielbild mit OAuth, WAF, Logging und Anomalieerkennung.
REST – Digest und Bearer Token
# Beispiel: POST mit Request Digest in einer internen Session
Invoke-RestMethod -Uri "https://intranet.hausfeld.com/_api/contextinfo" `
  -Method Post -Headers @{Accept="application/json;odata=verbose"}

# Zielbild: Bearer Token über OIDC/OAuth
Authorization: Bearer eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJSUzI1NiIs...

3.5 SOAP/ASMX Web Services

  • Technik: Legacy Services unter /_vti_bin/*.asmx wie Lists.asmx, Copy.asmx, Webs.asmx oder UserGroup.asmx stellen ältere SOAP-Schnittstellen bereit.
  • Default: In legacy-lastigen Farmen häufig weiter erreichbar, obwohl kaum noch legitime Abhängigkeiten bestehen.
  • Warum gefährlich: Alte Integrationen erzwingen oft NTLM/Basic-ähnliche Bedienmuster, liefern überverbose Fehlermeldungen, erlauben systematische Enumeration und verlängern die Lebensdauer unsicherer Client-Software. Für Angreifer sind ASMX-Endpunkte lohnende Recon- und Data Access-Ziele.
  • Risikostufe: Hoch; wenn keine nachweisbare Abhängigkeit existiert, sollten diese Endpunkte nicht veröffentlicht werden.

3.6 PowerShell & PnP

  • Technik: SharePoint Management Shell arbeitet lokal auf Farm-Servern mit hoher Berechtigung. PnP PowerShell nutzt CSOM/REST/OAuth und eignet sich für Remote Automation, Content Operations und Tenant-/Site-Administration.
  • Default: Farm-Administratoren erhalten schnell breiten Shell-Zugriff; historisch werden Servicekonten und lokale Administratorrechte oft vermischt.
  • Sicherheitsimplikationen: Missbrauch von Add-SPShellAdmin, unsignierte Skripte, interaktive Nutzung von Service Accounts und WinRM ohne JEA führen unmittelbar zu Privilege Escalation und lateraler Bewegung.
  • Risikostufe: Kritisch für Betriebskonten und Administrative Paths.

3.7 RPC over HTTP / Outlook Integration

  • Technik: Historische Outlook/SharePoint-Integration umfasste Alerts, Kalenderüberlagerung, Kontaktlisten und List Synchronization. Praktisch laufen moderne Clients meist über HTTPS-basierte Web Services, EWS/Graph-artige Flows oder lokale Protokollhandler.
  • Default: Alte Integrationspfade bleiben oft aktiviert, obwohl funktional kaum genutzt.
  • Sicherheitsimplikationen: RPC-/MAPI-nahe Altpfade sind schwer zu überwachen, schlecht dokumentiert und neigen zu impliziten NTLM-Fallbacks. Jede Legacy Outlook-Integration sollte explizit inventarisiert werden.
  • Risikostufe: Mittel bis Hoch je nach Legacy-Abhängigkeit.

3.8 Search Protocol (OpenSearch/RSS)

  • Technik: SharePoint Search bietet Query- und Crawl-Schnittstellen, Ergebnisfeeds, RSS/OpenSearch-ähnliche Consumption Patterns sowie serverseitige Indizierung. Der Suchindex speichert Metadaten und Security Trimming-Informationen.
  • Default: Search ist meist global aktiviert; Feeds und Query-Parameter werden selten restriktiv überprüft.
  • Sicherheitsimplikationen: Search ist ein Force Multiplier für Recon. Falsch konfigurierte Security Trimming-Einstellungen, Crawl Rules, Query Suggestions oder Result Sources können Information Disclosure begünstigen. Selbst wenn Dokumente nicht direkt ladbar sind, können Titel, Authors, Pfade und Snippets wertvolle Daten liefern.
  • Risikostufe: Hoch für Informationsabfluss.

3.9 SMTP Integration

  • Technik: SharePoint unterstützt ausgehende E-Mails (Alerts, Workflows, Einladungen) und eingehende E-Mails für Listen/Bibliotheken als Mail Targets. Technisch relevant sind SMTP Relays, Drop Directories, MX-Routing und Attachment Handling.
  • Default: Outgoing Mail ist häufig aktiv; Incoming Mail wird in DMS-/Scan-Szenarien oft vergessen, bleibt aber konfiguriert.
  • Sicherheitsimplikationen: Missbrauchbare SMTP Relays, gefälschte Absender, ungescannte Anhänge, indirekte Malware-Zustellung oder Workflow-Triggering über E-Mail sind reale Risiken. In Azure ist ein offenes SMTP-Design zusätzlich reputationskritisch.
  • Risikostufe: Mittel bis Hoch je nach Relay-Modell und E-Mail-Inbound-Nutzung.
4. Authentifizierungsprotokolle

4. Authentifizierungsprotokolle

Für SPSE auf Azure IaaS ist die Wahl des Authentifizierungsprotokolls die zentrale Sicherheitsentscheidung. Sie beeinflusst nicht nur den Login, sondern auch Delegation, Service-to-Service-Kommunikation, API-Nutzung, Monitoring, MFA-Durchsetzung und die Angriffsfläche für Credential Theft.

Abbildung 4: Vergleich von NTLM, Kerberos und OIDC / Entra ID

NTLM ⚠ Veraltet / Unsicher Kerberos ✓ Intern empfohlen OIDC / Entra ID ★ Primär empfohlen Client Server DC Type 1 Type 2 Challenge Type 3 Hash Server prüft DC Validierung Relayfähig · Hash-basiert · keine starke MFA-Bindung Client KDC Server AS-REQ AS-REP (TGT) TGS-REQ TGS-REP AP-REQ Service Ticket Mutual Auth · Ticket-basiert · ideal für internes SPSE Browser Entra ID SharePoint STS Redirect MFA / CA ID Token Claims Mapping FedAuth Cookie Starke MFA/CA-Kopplung · ideal für Extranet und Consultants

4.1 NTLM

Paketfluss: Type 1 (Negotiate)Type 2 (Challenge)Type 3 (Authenticate). Der Client beweist Besitz des Passwort-Hashes, ohne das Passwort im Klartext zu senden. NTLMv2 verbessert Challenge-Response und Session Security gegenüber NTLMv1, bleibt aber hashbasiert und relayfähig.

  • Default-Fallback: In IIS/Windows ist Negotiate häufig aktiviert; schlägt Kerberos fehl, fällt der Stack auf NTLM zurück. Genau dieses “silent fallback” hält NTLM künstlich am Leben.
  • Schwachstellen: Pass-the-Hash, NTLM Relay, fehlende gegenseitige Authentisierung, schwache Bindung an Channel/TLS, schlechte MFA-Kompatibilität.
  • NTLMv1 vs NTLMv2: NTLMv1 ist kryptographisch unzureichend und muss vollständig deaktiviert sein. NTLMv2 ist nur “weniger schlecht”, nicht zukunftssicher.
  • Detektion: Windows Event IDs 4624 mit AuthenticationPackageName=NTLM, 4776 auf Domain Controllern, IIS/W3C Logs mit Negotiate/NTLM Mustern, Sentinel-Korrelation.
NTLM erkennen und deaktivieren
# Erkennung: DC / Server
Get-WinEvent -LogName Security | Where-Object { $_.Id -in 4624,4776 }

# Härtung: Senden von NTLM blockieren
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa\MSV1_0\RestrictSendingNTLMTraffic = 2
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa\LmCompatibilityLevel = 5

# Audit-only vor vollständiger Abschaltung
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa\MSV1_0\AuditReceivingNTLMTraffic = 2
Bewertung In einer neu auf Azure IaaS migrierten Farm ohne legitime Legacy-Zwänge ist aktives NTLM ein Kritisch-Risiko. Es ermöglicht moderne Relay- und Lateral-Movement-Angriffe trotz “Cloud-Migration”.

4.2 Kerberos

Paketfluss: AS-REQAS-REP (TGT) → TGS-REQTGS-REP (Service Ticket) → AP-REQAP-REP optional. Kerberos bietet Mutual Authentication, Delegationsmodelle und reduziert Passwort-Exposure im Vergleich zu NTLM.

  • SPN-Konfiguration: Für Web Applications typischerweise HTTP/intranet.hausfeld.com auf das Application Pool Identity / gMSA. Falsch gesetzte oder doppelte SPNs führen zu Kerberos-Fails und NTLM-Fallback.
  • Delegation: Unconstrained Delegation ist zu vermeiden. Präferiert: Constrained Delegation oder besser Resource-Based Constrained Delegation (RBCD), wenn wirklich erforderlich.
  • Angriffe: Kerberoasting (TGS-REP offline crackbar bei schwachen Service Account Passwörtern), Golden Tickets (krbtgt kompromittiert), Silver Tickets (Service Key kompromittiert), Pass-the-Ticket, AS-REP Roasting bei Accounts ohne Preauth.
  • Detektion: Events 4768, 4769, 4771, ungewöhnliche Ticket Encryption Types, TGS-Spikes für SPNs der SharePoint/SQL-Dienste.
SPN- und Delegationsbeispiele
setspn -S HTTP/intranet.hausfeld.com HAUSFELD\sp-web$
setspn -S HTTP\sp-wfe01.hausfeld.local HAUSFELD\sp-web$
setspn -S MSSQLSvc/sql-ag-listener.hausfeld.local:1433 HAUSFELD\sqlsvc$

# Unconstrained Delegation verbieten, gMSA bevorzugen
Get-ADComputer SP-WFE01 -Properties TrustedForDelegation,PrincipalsAllowedToDelegateToAccount
Get-ADServiceAccount sp-web -Properties ServicePrincipalNames

4.3 Claims-Based Authentication (SAML 2.0)

  • Technik: Browser wird an einen Identity Provider (IdP) umgeleitet, erhält ein signiertes SAML Assertion Token und präsentiert es dem SharePoint Security Token Service (STS) bzw. der Vertrauensstellung. Claims Mapping übersetzt Attribute wie UPN, E-Mail, Rollen oder SID in SharePoint Claims.
  • Sicherheitsmerkmale: Signierte Assertions, zentrale AuthN-Policy, potenziell MFA-fähig. Schwächen entstehen bei Replay-fähigen Tokens, zu langen Token-Lifetimes, unsauberem Audience Restriction Design und ungenügender Zertifikatspflege.
  • Risiken: Token Replay, Zertifikatsablauf, Claim Inflation, Legacy Libraries/Apps ohne SAML-Kompatibilität, komplexe Fehlersuche.

4.4 OIDC mit Microsoft Entra ID (empfohlen)

Empfohlenes Primärmodell. OIDC ermöglicht moderne Browser- und API-nahe Authentisierung mit Entra ID, MFA, Conditional Access, Sign-in Risk Policies und sauberem Claim-Mapping. Für externe Sales Consultants ist dies die strategisch richtige Variante, weil sie Identity Governance, Access Reviews und starken Session-Schutz nativ unterstützt.

  • Flow: Browser → App Gateway/WFE → Redirect zu Entra ID → Benutzer authentisiert sich (inkl. MFA/Conditional Access) → ID Token/Authorization Code → SharePoint Trusted Identity Token Issuer → lokale Claims-Transformation → FedAuth Session.
  • Konfigurationspunkte: App Registration, Redirect URI, Zertifikat/Signing Material, Claims Mapping, Identifier Claim, Reply URL, Token Lifetime, Group Claims Design, Guest/Consultant Governance.
  • Sicherheitsvorteile: Phishing-resistentere Faktoren, zentrale Governance, Device-/Risk-basierte Policies, bessere Telemetrie in Entra Sign-in Logs und Sentinel.
  • Risiken: Falsches Claims Mapping, übergroße Token, fehlerhafte App Registration Berechtigungen, unkontrollierte Guest-Zugriffe, unzureichende Zertifikatsrotation.
PowerShell – OIDC Provider in SPSE
# OIDC Authentication Provider for SharePoint SE
$cert = New-SelfSignedCertificate -Subject "CN=SharePointOIDC" `
  -CertStoreLocation "Cert:\LocalMachine\My" -KeyExportPolicy Exportable `
  -KeySpec Signature -KeyLength 2048 -KeyAlgorithm RSA -HashAlgorithm SHA256

$oidcProvider = New-SPTrustedIdentityTokenIssuer -Name "EntraID-OIDC" `
  -Description "Microsoft Entra ID OIDC" -ImportTrustCertificate $cert `
  -ClaimsMappings $emailClaimMap, $upnClaimMap, $sidClaimMap, $roleClaimMap `
  -IdentifierClaim $emailClaimMap.InputClaimType `
  -DefaultClientIdentifier $clientId `
  -RegisteredIssuerName $oidcMetadataEndpoint
PowerShell – Claim Mapping Beispiel
$emailClaimMap = New-SPClaimTypeMapping `
  -IncomingClaimType "http://schemas.xmlsoap.org/ws/2005/05/identity/claims/emailaddress" `
  -IncomingClaimTypeDisplayName "E-Mail" -SameAsIncoming

$upnClaimMap = New-SPClaimTypeMapping `
  -IncomingClaimType "http://schemas.xmlsoap.org/ws/2005/05/identity/claims/upn" `
  -IncomingClaimTypeDisplayName "UPN" -SameAsIncoming

4.5 Forms-Based Authentication (FBA)

  • Technik: ASP.NET Membership-/Role-Provider, Login-Formular, Auth Cookie. Historisch genutzt für Extranet-Szenarien.
  • Risiken: Passwortspeicher, Brute Force, Credential Stuffing, schwache Session Cookies, Custom Provider Schwachstellen, mangelnde MFA-Integration.
  • Bewertung: Für die Hausfeld Gruppe nur als Legacy-Ausnahme tolerierbar; strategisch ablösen.

4.6 Certificate-Based Authentication

  • Technik: Client-Zertifikate oder Smart Cards binden Authentisierung an eine PKI und häufig an Hardware (TPM/Smart Card). SharePoint selbst nutzt dies typischerweise über vorgelagerte Komponenten oder AD-integrierte Zertifikatsanmeldung.
  • Sicherheitsvorteile: Starke kryptographische Bindung, gute Resistenz gegen Passwortdiebstahl, geeignet für Admin-PAWs.
  • Herausforderungen: PKI-Lifecycle, CRL/OCSP Verfügbarkeit, Zertifikat-Mapping, externer Benutzerkreis, Browser-Kompatibilität.
5. Ports und Netzwerkprotokolle (Complete Reference)

5. Ports und Netzwerkprotokolle (Complete Reference)

Die folgende Referenz ist für die Hausfeld-Farm als Baseline für NSGs, Windows Firewall, Azure Firewall, NVA-Regeln und Flow-Log-Analysen zu verwenden.

Service Port Protocol Direction Security Notes
HTTP80TCPInboundNur für Redirect auf HTTPS; niemals Inhaltstransport.
HTTPS443TCPInboundTLS 1.2+ erforderlich; HSTS; WAF davor.
SQL Server1433TCPInternalAG Listener nur intern; TLS erzwingen.
SQL Browser1434UDPInternalWenn möglich deaktivieren; nur bei Named Instances/Legacy Discovery nötig.
LDAP389TCP/UDPOutboundNur temporär für Troubleshooting; produktiv LDAPS bevorzugen.
LDAPS636TCPOutboundStandard für sichere AD-Kommunikation.
Global Catalog3268/3269TCPOutbound3269 bevorzugt; für Forest-weite Queries relevant.
Kerberos88TCP/UDPOutboundZeit-Synchronität und DNS kritisch.
DNS53TCP/UDPOutboundNur interne Resolver; DNS Logging aktivieren.
SMB445TCPInternalRestriktiv; SMBv1 deaktiviert, Signing/Encryption wo möglich.
RPC135TCPInternalDCOM nur bei belegbarem Bedarf; Minimierung Pflicht.
RPC Dynamic49152-65535TCPInternalRange einschränken und hart segmentieren.
Distributed Cache22233-22236TCPInternalAppFabric/Cache nur zwischen definierten Farm-Knoten.
Search Crawl56737-56738TCPInternalNiemals exponieren; nur Search-Komponenten.
Search Admin56737-56741TCPInternalNur Search ↔ Farm-Kommunikation.
Central Admin32843-32844TCPInternalAusschließlich Management-Subnetz/PAW/JIT.
SMTP25/587TCPOutboundRelay restriktiv; Auth/TLS falls möglich.
NTP123UDPOutboundKerberos-relevant; Zeitquelle vertrauenswürdig halten.
WinRM5985/5986TCPInternal5986 bevorzugt; JEA + Client-Zertifikate/PAW.
Architekturregel Jeder dieser Ports muss gleichzeitig in NSG, Windows Firewall, ggf. Azure Firewall und Betriebsdokumentation konsistent abgebildet sein. Häufige Schwäche nach Migration: NSG ist restriktiv, Windows Firewall permissiv – oder umgekehrt.
6. Risikobewertung

6. Risikobewertung

Methodisch wird ein klassisches Likelihood × Impact-Modell genutzt. Skala 1–5: 1 = niedrig, 5 = sehr hoch. Kritisch sind Werte ≥ 16 oder Szenarien mit direktem Domain-/Farm-Admin-Impact.

Wahrscheinlichkeit \ Auswirkung
1 – Niedrig
2 – Begrenzt
3 – Relevant
4 – Hoch
5 – Sehr hoch
1 – Selten
R8
2 – Unwahrscheinlich
R7
3 – Möglich
R6
R4
R3
4 – Wahrscheinlich
R5
R1, R2
5 – Nahezu sicher
Niedrig Mittel Hoch Kritisch
ID Feststellung Likelihood Impact Score Kategorie Kommentar
R1NTLM auf WFE/APP/SQL weiterhin aktiv4520KritischErmöglicht Relay, Pass-the-Hash, unsichtbaren Kerberos-Fallback.
R2Keine harte Netzwerksegmentierung zwischen WFE, APP, SQL4520KritischBeschleunigt laterale Bewegung und Privilege Escalation.
R3SQL-Verbindungen oder Datenbanken unverschlüsselt3515KritischGefährdet Farm-Konfiguration, Secrets, Content und Suchindex.
R4WebDAV extern exponiert3412HochExfiltration und NTLM Relay werden erheblich erleichtert.
R5Patching-Lücken auf Windows/SPSE/SQL4416KritischBesonders relevant wegen bekannter Deserialization/RCE-CVEs.
R6Kein MFA/Conditional Access für Consultants339MittelPassword Spraying/Credential Stuffing werden wahrscheinlicher.
R7HSTS fehlt224NiedrigKein Primärbruch, aber unnötige Downgrade-/Session-Risiken.
R8Verbose Error Pages / Standard-Logging122NiedrigUnterstützt Recon und erschwert Forensik.
7. Angriffsvektoren und Bedrohungsszenarien

7. Angriffsvektoren und Bedrohungsszenarien

Die nachfolgenden Szenarien sind spezifisch für eine SPSE-Farm auf Azure IaaS mit historischer AD-Bindung. Jedes Szenario kombiniert technische Ausnutzung mit realistischer Angreifer-Ökonomie. Relevante MITRE ATT&CK Referenzen sind beigefügt.

Abbildung 5: SharePoint-spezifische Angriffskette nach MITRE ATT&CK

MITRE ATT&CK orientierte Kill Chain Initial Access T1190 · T1078 Execution T1059 Persistence T1098 Privilege Escalation T1068 Lateral Movement T1021 Collection T1213 Exfiltration T1537 SharePoint-Beispiele Deserialization RCE Password Spray NTLM Relay SharePoint-Beispiele PowerShell Timer Jobs Workflows SharePoint-Beispiele Web Shells Farm Solutions SPShellAdmin SharePoint-Beispiele Farm Admin STS Config SQL Access SharePoint-Beispiele WFE → APP → SQL WinRM RDP SharePoint-Beispiele REST API Search Index CSOM SharePoint-Beispiele Bulk Download Cloud Storage E-Mail

7.1 Credential-basierte Angriffe

Pass-the-Hash, Pass-the-Ticket, Credential Stuffing und Password Spraying sind im Hausfeld-Szenario besonders relevant, weil externe Consultants, historische Servicekonten und möglicherweise nicht vereinheitlichte Passwort-Policies zusammentreffen. Angreifer beginnen häufig mit OWA/VPN/Portal-Anmeldeflächen, pivoten dann zu SharePoint und nutzen erfolgreiche Logons für API-basierte Datenentnahme. MITRE: T1078, T1110, T1550.

7.2 NTLM Relay Angriffe

Tools wie ntlmrelayx leiten eingehende NTLM-Authentisierungen auf SharePoint oder SQL weiter. WebDAV ist ein attraktives Relay-Ziel, weil Clients Dateisystem-ähnliche Verbindungen aufbauen und NTLM-Fallbacks häufig stillschweigend akzeptieren. Mit erfolgreichem Relay lassen sich Rechte prüfen, Inhalte schreiben/lesen oder weitere Protokolle adressieren. MITRE: T1557.001, T1021.

7.3 Kerberoasting & AS-REP Roasting

SharePoint-, SQL- und Crawl-Servicekonten mit schwachen oder statischen Passwörtern sind klassische Roast-Ziele. Angreifer fordern TGS-Tickets für SPNs wie HTTP/intranet.hausfeld.com oder MSSQLSvc/sql-ag-listener an, extrahieren das Ticketmaterial und cracken offline. Accounts ohne Kerberos Pre-Authentication sind zusätzlich AS-REP-Roast-gefährdet. MITRE: T1558.003, T1558.004.

7.4 Laterale Bewegung

Ein kompromittierter WFE ist selten das Endziel. Entscheidend ist der Schritt von WFE → APP → SQL bzw. WFE → AD, häufig über lokale Admin-Rechte, ungesicherte WinRM-Endpunkte, gespeicherte Credentials, GPO-Skripte, Scheduled Tasks oder missbrauchbare Farmkonten. In Azure beschleunigen fehlende NSGs, zu breite ASGs und gemeinsame Management-Subnetze die Bewegung. MITRE: T1021, T1072, T1080.

7.5 Privilege Escalation

Missbrauchbare SharePoint Designer Workflows, überprivilegierte Site Collection Admins, Add-SPShellAdmin, unsichere Custom Solutions, Elevated Privileges in Timer Jobs oder STS-/Farm-Admin-Rechte können Angreifern sehr schnell von Inhaltsrechten zu Farm- oder sogar SQL-/AD-nahen Rechten verhelfen. MITRE: T1068, T1548.

7.6 Datenexfiltration

REST API, CSOM und Search sind prädestiniert für Bulk Enumeration und Download. Ein Angreifer muss nicht zwangsläufig Inhalte “brechen”; häufig genügen legitime, aber missbrauchte Berechtigungen. Typisch: /_api/web/GetFolderByServerRelativeUrl(...)/Files, Search Queries über sensible Keywords oder massenhafte FileDownloaded-Events außerhalb üblicher Arbeitszeiten. MITRE: T1537, T1005, T1213.

7.7 Deserialization Attacks

Frühere Schwachstellen wie CVE-2019-0604 und CVE-2020-1147 zeigten, dass SharePoint- und .NET-Deserialisierungspfade Remote Code Execution ermöglichen können. Auch wenn die konkreten Lücken gepatcht sind, bleibt das Muster relevant: ungepatchte WFEs + öffentliche Erreichbarkeit + fehlender WAF = unmittelbare Kompromittierungsgefahr. MITRE: T1190.

7.8 Server-Side Request Forgery (SSRF)

SSRF kann über Workflow-Komponenten, BCS, Remote Event Receivers, Proxy-konfigurierbare Integrationen oder unsichere Custom Solutions auftreten. In Azure ist dies besonders kritisch, weil ein SSRF-Pfad gegen 169.254.169.254 (Instance Metadata Service, IMDS) gerichtet werden kann. So kann ein Angreifer Managed Identity Tokens oder Infrastruktur-Metadaten missbrauchen. MITRE: T1190, T1552, T1528.

7.9 Cross-Site Scripting (XSS)

Persistente XSS über Wiki-Seiten, Content Editor, Script Editor, unsichere Calculated Columns, schlecht validierte Rich-Text-Felder oder Custom Web Parts kann Session Diebstahl, DOM-basierte API-Aufrufe und Admin-Hijacking ermöglichen. In On-Prem-SharePoint sind XSS-Abwehrmechanismen stark von Governance und Customization-Disziplin abhängig. MITRE: T1059.007, T1189.

7.10 Azure-spezifische Angriffe

Fehlkonfigurierte NSGs, Public IPs auf Farm-VMs, überprivilegierte Managed Identities, schwache Defender for Cloud Policies oder offene WinRM/RDP-Pfade schaffen Cloud-spezifische Eintrittspunkte. Besonders kritisch ist IMDS Abuse: Kann ein kompromittierter Server Metadaten lesen, sind Tokens und Subscription-seitige Berechtigungen in Reichweite. MITRE: T1528, T1552, T1078, T1021.

Praxisrelevanz für Hausfeld Das Vertriebsberater-Portal und HR Self-Service kombinieren externen Zugriff, personenbezogene Daten und geschäftskritische Dokumente. Gerade diese Kombination macht Bulk-Download, Token-Missbrauch, Conditional-Access-Umgehung und Suchindex-Recon zu realistischen Szenarien – nicht nur theoretischen.
8. Optimale Protokolle und Methoden

8. Optimale Protokolle und Methoden

Domäne Empfehlung Begründung
Primäre Benutzer-Authentifizierung OIDC mit Microsoft Entra ID MFA, Conditional Access, Sign-In Risk, Governance für externe Consultants.
Sekundäre interne Authentifizierung Kerberos nur intern Mutual Authentication, kein Hash-Relay wie NTLM; saubere SPN- und Delegationssteuerung.
Legacy Fallback NTLM vollständig abschalten Reduziert Relay-, PtH- und Fallback-Angriffsfläche.
Transport Security TLS 1.2+, starke Cipher Suites, HSTS Schützt Cookies, Tokens, REST/CSOM und Admin-Pfade.
API Nutzung REST mit OAuth/OIDC Bearer Tokens Bessere Nachvollziehbarkeit und modernes Token Handling.
Legacy Schnittstellen SOAP, unnötiges WebDAV, unsichere Outlook-Altpfade deaktivieren Reduziert Recon- und Missbrauchsoberfläche.
Administrative Automatisierung PowerShell mit Constrained Language Mode und JEA Kontrolliert Befehlsumfang, reduziert Missbrauch von Remote Shells.
Empfohlener Migrationspfad für NTLM-Abschaltung 1) Auditieren, 2) SPN-/Kerberos-Fixes durchführen, 3) Pilot-Web-Application auf OIDC umstellen, 4) Externe Nutzer in Entra ID mit MFA überführen, 5) NTLM zunächst auditieren, dann blockieren, 6) WebDAV und ASMX gezielt entkoppeln.
9. Sicherheitsmaßnahmen und Härtung (Comprehensive)

9. Sicherheitsmaßnahmen und Härtung (Comprehensive)

Abbildung 6: Defense in Depth für SharePoint SE auf Azure

Defense in Depth Mehrschichtiger Schutz vom Netzwerk bis zu den Daten – ergänzt durch durchgängige Erkennung Perimeter & Netzwerk NSGs · WAF · Azure Firewall · DDoS Protection Identität & Zugriff MFA · Conditional Access · PIM · JIT Host / Betriebssystem Credential Guard · ASR · Hardening · Patching Anwendung (SharePoint) MinRole · BFH Strict · Custom Permissions · IRM Daten TDE · BitLocker · AIP / Purview · DLP Monitoring & Detection: Sentinel · ULS · Audit · Defender · KQL-Hunting

9.1 Netzwerkebene

Azure NSG-Regeln

Priority Source Destination Port Action Kommentar
100VPN/ExpressRoute SubnetsSharePoint WFE Subnet443/TCPAllowNutzerverkehr nur via App Gateway / WAF.
200SharePoint App SubnetSQL Subnet1433/TCPAllowNur AG Listener / SQL Nodes.
300SharePoint SubnetsDC Subnet636/TCPAllowLDAPS.
400SharePoint SubnetsDC Subnet88/TCP,UDPAllowKerberos.
500Management SubnetAPP/WFE/Search/SQL5986/TCPAllowWinRM nur von PAWs.
600Management SubnetAPP/WFE/Search/SQL3389/TCPAllowNur JIT-basiert und zeitlich begrenzt.
4096***DenyDefault Deny als Abschlussregel.
Az PowerShell – NSG Regel Beispiel
$nsg = Get-AzNetworkSecurityGroup -Name "nsg-sp-wfe" -ResourceGroupName "rg-hausfeld-spse"
Add-AzNetworkSecurityRuleConfig -Name "Allow-AppGW-HTTPS" -NetworkSecurityGroup $nsg `
  -Priority 100 -Direction Inbound -Access Allow -Protocol Tcp `
  -SourceAddressPrefix "10.40.0.0/24" -SourcePortRange "*" `
  -DestinationAddressPrefix "10.40.10.0/24" -DestinationPortRange "443"
$nsg | Set-AzNetworkSecurityGroup
  • ASGs: Verwenden Sie ASGs wie asg-sp-wfe, asg-sp-app, asg-sp-search, asg-sql, um Regeln tierbasiert statt IP-basiert zu definieren.
  • Azure Firewall / NVA: Für Egress Filtering, TLS Inspection (nur selektiv), Threat Intelligence Blocking und zentrale DNAT/SNAT-Kontrolle.
  • WAF via Application Gateway: Prevention Mode, OWASP CRS 3.2+, Bot Protection, Custom Rules für /_vti_bin, Upload-Limits, Header Normalization, End-to-End TLS Bridging.
  • SQL Private Exposure: Bei SQL auf Azure IaaS kein Public Endpoint. Interne Erreichbarkeit nur über Internal Load Balancer/AG Listener. Für angrenzende PaaS-Dienste (Storage, Key Vault, Backup Targets) Private Endpoints/Private Link verwenden.
  • ExpressRoute vs VPN: ExpressRoute bietet private, deterministische Routing-Pfade und bessere Governance; VPN bleibt kostengünstiger, aber stärker internetabhängig.
  • DDoS Protection: Für das öffentliche App-Gateway und öffentliche IP-Ressourcen mindestens DDoS IP Protection, idealerweise DDoS Network Protection mit Telemetrie-Integration.
  • Network Watcher: NSG Flow Logs, Traffic Analytics, Connection Troubleshoot und Packet Capture für Security Investigations aktivieren.

9.2 Betriebssystemebene

  • CIS Benchmark: Windows Server 2022/2019 Member Server Baseline und separate DC-Baseline anwenden; Abweichungen dokumentieren.
  • Credential Guard / LSA Protection: Aktivieren, um Credential Theft zu erschweren. RunAsPPL=1 für LSA Protection; Credential Guard per GPO/Intune/MDM oder Security Baseline.
  • ASR Rules: Block Office Child Processes, Block Credential Stealing from LSASS, Block PSExec/WMI Prozess-Kaskaden, Attack Surface Reduction im Audit- dann Block-Modus.
  • Windows Firewall: Tier-spezifische Inbound-Regeln; keine breiten “Any-Any Internal” Ausnahmen.
  • BitLocker + ADE: OS- und Datendisks mit BitLocker/Azure Disk Encryption oder serverseitiger Verschlüsselung plus Guest-State Controls schützen.
  • Feature Reduktion: Nicht benötigte Rollen/Features deinstallieren, SMBv1 deaktivieren, Druckdienste, Telnet Client, alte .NET-Komponenten nur bei zwingender Abhängigkeit.
  • PowerShell Logging: Script Block Logging, Module Logging, Transcription und Protected Event Logging aktivieren.
Windows Hardening – Beispiel
# LSA Protection
New-ItemProperty -Path "HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa" `
  -Name "RunAsPPL" -PropertyType DWord -Value 1 -Force

# SMBv1 deaktivieren
Disable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName SMB1Protocol -NoRestart

# PowerShell Script Block Logging
New-Item -Path "HKLM:\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\PowerShell\ScriptBlockLogging" -Force
New-ItemProperty -Path "HKLM:\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\PowerShell\ScriptBlockLogging" `
  -Name EnableScriptBlockLogging -PropertyType DWord -Value 1 -Force

9.3 SharePoint-Ebene

  • MinRole: Rollen nicht “kreativ” vermischen. WFE, APP und Search sauber getrennt; Central Admin nur intern, vorzugsweise auf dediziertem APP-Knoten.
  • Managed Accounts: gMSA für Web App Pools, Search Services und SQL-Dienste, sofern unterstützt; keine statischen, interaktiv nutzbaren Servicekonten.
  • Service Applications: Eigene App Pools pro Sicherheitsdomäne (z. B. Search, User Profile, Workflow, Secure Store). Keine Sammel-App-Pools.
  • Permission Levels: Gefährliche Rechte wie Add and Customize Pages, Manage Web, Enumerate Permissions restriktiv vergeben.
  • IRM / AIP: Sensible Bibliotheken mit Purview Information Protection / IRM koppeln; verhindert unkontrolliertes Offline-Weiterverteilen.
  • Blob Cache: Keine sensitiven Dokumente anonym oder zu lang gecacht; Dateitypen-Whitelist, TTL und Pfade prüfen.
  • ViewFormPagesLockDown: Für nicht voll vertrauenswürdige Benutzer aktiv; reduziert Ausführung benutzerdefinierter Seiteninhalte.
  • Browser File Handling: Strict; verhindert unnötiges Inline-Rendering riskanter Dateitypen.
  • Custom Errors: Keine Stack Traces an Endbenutzer; Diagnose über Correlation IDs und zentrales Logging.
  • STS Security: Token Signing Zertifikate lifecycle-managed, Token Lifetimes nicht überdehnt, OAuth over HTTP strikt untersagen.
  • Farm Passphrase: In PAM/Secrets Vault verwalten; Rotation in definierten Wartungsfenstern.
SharePoint Hardening – Auszüge
# Browser File Handling auf Strict setzen
$wa = Get-SPWebApplication "https://intranet.hausfeld.com"
$wa.BrowserFileHandling = "Strict"
$wa.Update()

# ViewFormPagesLockDown aktivieren
Enable-SPFeature -Identity "ViewFormPagesLockDown" -Url "https://portal.hausfeld.com"

# Site Collection Audit einschalten
$site = Get-SPSite "https://portal.hausfeld.com"
$site.Audit.AuditFlags = "CheckIn,CheckOut,Delete,Move,Copy,Search,SecurityChange,Update"
$site.Audit.Update()

9.4 Datenbankebene

  • SQL Always On Encryption: TLS für Clientverbindungen und Replikationspfade; Zertifikatsmanagement automatisieren.
  • TDE: Content DBs, Config DB, Service App DBs und Search-relevante Datenbanken verschlüsseln.
  • SQL Server Audit: Login Failures, Role Changes, Sensitive SELECTs auf Security-/Config-Objekten, Backup/Restore Events.
  • Least Privilege: SharePoint-Konten erhalten nur die tatsächlich erforderlichen Server- und DB-Rechte. Kein lokaler Administrator auf SQL-Knoten für SharePoint Service Accounts.
  • Disable Surface Area: xp_cmdshell, OLE Automation, unnötiges CLR, SQL Browser nach Möglichkeit deaktivieren.
  • Network Configuration: Hidden Instance, kein Public IP, Listener nur intern, Windows Firewall exakt beschränkt.
T-SQL – Surface Area reduzieren
EXEC sp_configure 'show advanced options', 1;
RECONFIGURE;
EXEC sp_configure 'xp_cmdshell', 0;
EXEC sp_configure 'Ole Automation Procedures', 0;
EXEC sp_configure 'clr enabled', 0;
RECONFIGURE;

-- TDE Beispiel (vereinfachter Auszug)
CREATE MASTER KEY ENCRYPTION BY PASSWORD = 'Use-Enterprise-Managed-Secret';
CREATE CERTIFICATE HausfeldTDECert WITH SUBJECT = 'TDE for SharePoint DBs';
CREATE DATABASE ENCRYPTION KEY
WITH ALGORITHM = AES_256
ENCRYPTION BY SERVER CERTIFICATE HausfeldTDECert;

9.5 Identitäts- und Zugriffsebene

  • Conditional Access: MFA für alle interaktiven Zugriffe, strenger für externe Sales Consultants; Länder-/Risiko-/Gerätezustand-basiert.
  • PAW: SharePoint-, SQL-, AD- und Azure-Administratoren verwalten nur von gehärteten Privileged Access Workstations aus.
  • JIT VM Access: Microsoft Defender for Cloud JIT für RDP/WinRM; Freigaben zeitlich begrenzt und ticketgebunden.
  • PIM: Azure Rollen, Gruppen und privilegierte Entra Rollen just-in-time aktivieren; keine permanenten Global-/Privileged Role Admins.
  • Service Accounts: gMSA, Deny Interactive Logon, Deny RDP Logon, random lange Key Material Rotation.
  • Access Reviews: Externe Berater-Gruppen, Site Collection Admins, Farm Admins, SQL Sysadmins und Bastion-User quartalsweise prüfen.
JEA – eingeschränkter Admin Endpunkt
New-PSRoleCapabilityFile -Path "C:\Program Files\WindowsPowerShell\Modules\Hausfeld.SP.Admin\RoleCapabilities\SharePointOps.psrc"
New-PSSessionConfigurationFile -Path "C:\JEA\SharePointOps.pssc" `
  -SessionType RestrictedRemoteServer `
  -RunAsVirtualAccount `
  -RoleDefinitions @{ "HAUSFELD\SP-Operators" = @{ RoleCapabilities = "SharePointOps" } }
Register-PSSessionConfiguration -Name "SharePointOps" -Path "C:\JEA\SharePointOps.pssc"

9.6 Datenschutz und Compliance

  • Purview Information Protection: Labels für HR, R&D, Vertriebsdokumente, Produktspezifikationen und Compliance-Workflows.
  • DLP: Erkennung von IBAN, Steuer-ID, HR-Daten, Vertragsnummern, Stücklisten und Preislisten in SharePoint-Inhalten.
  • Retention Policies: Juristisch relevante Inhalte revisionssicher halten; automatische Aufbewahrungslabels für Vertrags- und HR-Bibliotheken.
  • eDiscovery: Rollenmodell sauber trennen; keine Vollzugriffe ohne Vier-Augen-Prinzip.
  • GDPR: Datenminimierung, Zugriff auf personenbezogene Daten, Löschkonzepte, Protokollierung von Administratorzugriffen und Drittland-Bewertung für externe Beraterzugriffe beachten.
10. Missbrauchserkennung und Monitoring

10. Missbrauchserkennung und Monitoring

Abbildung 7: Monitoring- und Microsoft-Sentinel-Datenfluss

Monitoring & Microsoft Sentinel Architektur Korrelation von SharePoint-, Windows- und Azure-Telemetrie bis zur automatisierten Reaktion Datenquellen Verarbeitung Sentinel-Outputs SharePoint ULS Logs Windows Security Events IIS / W3C Logs SQL Server Audit Entra ID Sign-in Logs NSG Flow Logs Azure Activity Logs Log Analytics Workspace DCR · Normalisierung · Langzeitaufbewahrung Microsoft Sentinel Analytics · KQL · UEBA · Orchestrierung Analytics Rules (KQL) Incidents Workbooks Dashboards Playbooks (Logic Apps) Automated Response Hunting Queries Proactive Investigation Alert Triage Investigate Contain Remediate Lessons Learned

10.1 Microsoft Sentinel Integration

  • Log Analytics Workspace: Dediziertes Workspace für Kollaborationsplattformen oder zentraler Security Workspace mit klarer Data Collection Rule (DCR).
  • Data Connectors: Windows Security Events, Sysmon (empfohlen), Defender for Endpoint, Azure Activity, Entra Sign-in Logs, NSG Flow Logs, Custom Tables für ULS/SharePoint Audit.
  • ULS Ingestion: AMA/Log Collector oder Filebeat-artige Ingestion in Custom Table SPULS_CL. Spalten: CorrelationId, Area, Category, Level, Message, Server.
  • Workbooks: Dashboards für AuthN-Methoden, NTLM vs Kerberos, Bulk Downloads, Failed Logons, WAF Blocks, Service Account Activity.
  • Playbooks: Bei High-Confidence Alerts automatisiert: JIT schließen, Benutzer sperren, App Gateway WAF Rule erhöhen, Incident erzeugen, Forensik-VM isolieren.

10.2 ULS Logging

  • Sicherheitsrelevante Kategorien: Claims Authentication, Security Token Service, PowerShell, SharePoint Foundation General, Database, Search, Workflow Infrastructure, Distributed Cache.
  • Log Levels: Für Dauerbetrieb Medium bzw. gezielt erhöhte Verbosity für Security-relevante Kategorien; Full Verbose nur zeitlich begrenzt.
  • Zentralisierung: ULS nicht nur lokal belassen; Korrelation über Servergrenzen ist im Incident essenziell.
  • Event Identifiers: ULS arbeitet primär mit Correlation IDs, Area und Category; zusätzlich sollten verwandte Application Events wie 6398, 6482, 7076 mitgeführt werden.

10.3 Windows Security Event Logs

Besonders relevant: 4624, 4625, 4648, 4672, 4688, 4768, 4769, 4771, 4776, sowie PowerShell 4103 und 4104. Logon Types 2, 3, 8 und 10 sind gesondert auszuwerten; Servicekonten sollten keine interaktiven Logons erzeugen.

10.4 SharePoint Audit Logging

  • Site Collection Audit aktivieren und zentral auswerten.
  • Dokumentzugriffe, Downloads, Permission Changes, Delete/Restore, Search Queries und Administrative Changes erfassen.
  • Exfiltration erkennt man selten an einem einzelnen Download, sondern an Volumen, Entropie, Uhrzeit, IP und Inhaltstyp.

10.5 KQL-Abfragen für Bedrohungserkennung

Tabellenannahmen Die Beispiele nutzen Standardtabellen wie SecurityEvent, SigninLogs, AzureDiagnostics sowie Custom Tables SharePointAuditLog_CL und SPULS_CL.
KQL 1 – Brute Force Detection
SecurityEvent
| where EventID == 4625
| where Computer has "SP-WFE"
| summarize FailedAttempts = count() by TargetAccount, IpAddress, bin(TimeGenerated, 5m)
| where FailedAttempts > 10
| project TimeGenerated, TargetAccount, IpAddress, FailedAttempts
KQL 2 – Unusual Bulk Download Detection
SharePointAuditLog_CL
| where Operation_s == "FileDownloaded"
| summarize DownloadCount = count(), TotalSizeMB = sum(toint(FileSize_d)) / 1024 / 1024
          by UserId_s, SiteUrl_s, bin(TimeGenerated, 1h)
| where DownloadCount > 50 or TotalSizeMB > 500
| order by DownloadCount desc
KQL 3 – Permission Elevation Detection
SharePointAuditLog_CL
| where Operation_s in ("RoleAssignmentAdd","RoleDefinitionAdd","SecurityChange")
| project TimeGenerated, UserId_s, SiteUrl_s, Operation_s, ObjectId_s, Details_s
| order by TimeGenerated desc
KQL 4 – After-Hours Access Patterns
SharePointAuditLog_CL
| where Operation_s in ("FileAccessed","FileDownloaded","PageViewed")
| extend Hour = datetime_part("hour", TimeGenerated)
| where Hour < 6 or Hour > 21
| summarize Events = count() by UserId_s, bin(TimeGenerated, 1h), SiteUrl_s
| where Events > 25
KQL 5 – NTLM Usage Detection
SecurityEvent
| where EventID == 4624
| where AuthenticationPackageName =~ "NTLM"
| where Computer has_any ("SP-WFE","SP-APP","SQL-AG")
| summarize Count = count() by Computer, TargetAccount, IpAddress, LogonType, bin(TimeGenerated, 1h)
| order by Count desc
KQL 6 – Failed Kerberos Authentication
SecurityEvent
| where EventID in (4768, 4771)
| summarize Failures = count() by TargetAccount, IpAddress, FailureCode, bin(TimeGenerated, 15m)
| where Failures > 5
| order by Failures desc
KQL 7 – Service Account Misuse
SecurityEvent
| where EventID == 4624
| where TargetAccount endswith "$" == false
| where TargetAccount in~ ("HAUSFELD\\sp_farm","HAUSFELD\\sp_web","HAUSFELD\\sqlsvc","HAUSFELD\\sp_search")
| where LogonType in (2, 10)
| project TimeGenerated, Computer, TargetAccount, IpAddress, LogonType
KQL 8 – Lateral Movement Indicators
SecurityEvent
| where EventID in (4624, 4648, 4688)
| where Computer has_any ("SP-WFE","SP-APP","SP-SRCH","SQL-AG")
| where Process has_any ("psexec", "wmic", "winrs", "wsmprovhost", "powershell.exe")
   or CommandLine has_any ("Invoke-Command", "Enter-PSSession", "schtasks", "\\\\")
| project TimeGenerated, Computer, Account, Process, CommandLine, IpAddress
KQL 9 – Data Exfiltration Pattern
SharePointAuditLog_CL
| where Operation_s == "FileDownloaded"
| summarize Files = count(), Sites = dcount(SiteUrl_s), Libraries = dcount(Library_s)
          by UserId_s, ClientIP_s, bin(TimeGenerated, 30m)
| where Files > 100 and Sites > 3
| order by Files desc
KQL 10 – External Access Anomalies
SigninLogs
| where AppDisplayName has "SharePoint"
| where UserType =~ "Guest" or UserPrincipalName has "consultant"
| summarize Countries = make_set(LocationDetails.countryOrRegion), Signins = count()
          by UserPrincipalName, bin(TimeGenerated, 1d)
| where array_length(Countries) > 2 or Signins > 30
KQL 11 – WAF Blocks Against Legacy Endpoints
AzureDiagnostics
| where ResourceType == "APPLICATIONGATEWAYS"
| where requestUri_s has_any ("/_vti_bin/", "/_api/", "/_layouts/")
| where action_s in ("Blocked", "Detected")
| summarize Hits = count() by clientIP_s, requestUri_s, ruleId_s, bin(TimeGenerated, 15m)
| order by Hits desc
KQL 12 – ULS Security Error Correlation
SPULS_CL
| where Area_s in ("Claims Authentication","Security Token Service","SharePoint Foundation")
| where Level_s in ("Unexpected","Monitorable")
| where Message has_any ("Access denied", "NTLM", "Kerberos", "token", "digest", "relay")
| project TimeGenerated, Server_s, Area_s, Category_s, CorrelationId_g, Message

10.6 Incident Response Playbooks

Containment

  • Kompro­mittierten User/Service Account sofort sperren oder Passwort/gMSA Key rotieren.
  • JIT/RDP/WinRM schließen; betroffene VM per NSG/ASG isolieren.
  • Bei Web-Angriffen WAF Custom Rule auf IOC/IP/User-Agent verschärfen.

Evidence Preservation

  • ULS, IIS, Security Logs, Sysmon, App Gateway Logs, NSG Flow Logs sichern.
  • Memory Capture und Disk Snapshot der betroffenen VM nach DFIR-Freigabe.
  • Correlation IDs, Ticketnummern, Zeitquellen und Admin-Aktivierungen dokumentieren.

Recovery

  • Patchstand verifizieren, Secrets rotieren, SPNs/Delegation prüfen.
  • Farm Health Analyzer, Search Topology, SQL Integrity und Content Konsistenz validieren.
  • Wiederfreigabe nur nach abgeschlossener Root-Cause-Analyse.

SharePoint-spezifische IR-Schritte

  • Auditieren, welche Site Collections und Bibliotheken betroffen sind.
  • App Catalog, Solutions, Features, Timer Jobs und Web.Config-Diffs prüfen.
  • STS-Zertifikate, Trusted Token Issuer und OAuth Trusts auf Manipulation prüfen.
11. Maßnahmenkatalog und Priorisierung

11. Maßnahmenkatalog und Priorisierung

Zeithorizont Maßnahme Aufwand Verantwortlich Erwartete Risikoreduktion
Sofort (0–2 Wochen) NTLM-Nutzung auditieren; Public IPs auf Farm-VMs entfernen; WAF in Prevention Mode; fehlende SPSE/Windows/SQL Security Updates einspielen. Mittel SharePoint Platform + Azure Network + Windows Sehr hoch – reduziert R1, R4, R5 unmittelbar.
Sofort (0–2 Wochen) Central Admin und WinRM nur aus Management-Subnetz/PAW zulassen; JIT aktivieren. Niedrig Azure Security + Server Ops Hoch – senkt Laterale Bewegung und Admin-Missbrauch.
Kurzfristig (2–8 Wochen) OIDC mit Entra ID für externe Consultants produktiv einführen; MFA und Conditional Access erzwingen. Hoch IAM + SharePoint Platform Sehr hoch – reduziert Credential-Stuffing, FBA-Abhängigkeit und unsichere Extranet-Logons.
Kurzfristig (2–8 Wochen) SPN-/Kerberos-Bereinigung, gMSA-Einführung, Deny Interactive Logon für Service Accounts. Mittel AD/IAM + SharePoint Platform + DBA Hoch – reduziert NTLM-Fallback, Kerberoasting-Risiko und Servicekonto-Missbrauch.
Kurzfristig (2–8 Wochen) SOAP/ASMX und unnötiges WebDAV inventarisieren und abschalten; Browser File Handling auf Strict setzen. Mittel SharePoint Platform Hoch – verkleinert exposed surface deutlich.
Mittelfristig (2–6 Monate) Sentinel Use Cases, ULS-Ingestion, KQL-Detections, Workbooks und Playbooks produktionsreif machen. Hoch SOC + Platform Engineering Hoch – verbessert Detection/Response und forensische Tiefe.
Mittelfristig (2–6 Monate) SQL TDE, Audit, TLS Enforcement, Surface Area Reduction, Backup/Restore-Härtung. Mittel DBA Team Hoch – schützt Content-, Config- und Search-Daten.
Mittelfristig (2–6 Monate) JEA/Constrained Language Mode für SharePoint-Administration; vollständige PAW-Pflicht. Mittel Server Ops + Security Engineering Mittel bis hoch – reduziert Admin-Abuse und Remote Shell Missbrauch.
Langfristig (6–12 Monate) Architekturreview für weitere Entkopplung von Legacy-Customizations, Workflow-Altlasten und Suche nach Zero-Trust-konformen Publishing-Modellen. Hoch Enterprise Architecture + SharePoint Product Owner Strategisch sehr hoch – reduziert technische Schuld.
Langfristig (6–12 Monate) Compliance-Integration mit Purview Labels, DLP, eDiscovery und regelmäßigen Access Reviews konsolidieren. Mittel Compliance + IAM + Collaboration Mittel – stärkt Datenschutz und Governance.
12. Sicherheitsberater-Frageliste

12. Sicherheitsberater-Frageliste

Die folgende Sicherheitsberater-Frageliste dient als systematische Checkliste für Security Consultants, um die SharePoint Subscription Edition Farm der Hausfeld Gruppe in Azure IaaS strukturiert zu bewerten. Sie bündelt Identität, Netzwerk, Farm-Konfiguration, SQL, Härtung, Monitoring, Recovery, Governance, Lifecycle und externe Zugriffe in prüfbare Leitfragen mit Soll-Zustand, Risiko und Verweispunkten.

Jede Antwort sollte mit belastbaren Nachweisen hinterlegt werden, z. B. Azure-Konfigurationen, GPO-Exports, SharePoint PowerShell-Ausgaben, SQL-Auditdaten, Sentinel-Abfragen oder dokumentierten Betriebsprozessen.

64Fragen gesamt
10Kategorien
22Kritische Prüfpunkte
26Wichtige Prüfpunkte
16Standard-Prüfpunkte

A – Identität & Authentifizierung

8 Fragen · Bewertung der Authentifizierungsarchitektur und Identity Governance
A.01 Welches primäre Authentifizierungsprotokoll wird für Benutzeranmeldungen an SharePoint verwendet?
✅ Soll-Zustand: OIDC mit Microsoft Entra ID
❌ Risiko bei Abweichung: NTLM-Fallback, keine MFA, keine Conditional Access Policies

→ Abschnitt 4.4, 8

A.02 Ist NTLM auf allen Farm-Servern (WFE, APP, SQL) vollständig deaktiviert oder zumindest auditiert?
✅ Soll-Zustand: NTLM deaktiviert (RestrictSendingNTLMTraffic=2) oder mindestens im Audit-Modus
❌ Risiko bei Abweichung: Pass-the-Hash, NTLM Relay, Silent Fallback
💡 Praxistipp: Prüft per GPO/Registry und Security Event Logs, ob NTLM nur noch auditiert oder konsequent blockiert wird.

→ Abschnitt 4.1, 7.1, 7.2

A.03 Sind alle SharePoint-relevanten Service Principal Names (SPNs) korrekt und duplikatfrei konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: Dedizierte SPNs pro Web Application auf gMSA; kein SPN-Duplikat; setspn -X zeigt keine Konflikte
❌ Risiko bei Abweichung: Kerberos-Fehler → NTLM-Fallback, Kerberoasting bei schwachen Service Account Passwörtern
💡 Praxistipp: Kurztest: setspn -X und eine Inventur der Web-App-URLs gegen die tatsächlich auf den gMSAs registrierten SPNs.

→ Abschnitt 4.2

A.04 Werden Group Managed Service Accounts (gMSA) für alle SharePoint- und SQL-Dienste verwendet?
✅ Soll-Zustand: Alle App Pools, Timer, Search, SQL laufen unter gMSA; keine statischen Passwörter
❌ Risiko bei Abweichung: Credential Theft, manuelle Passwort-Rotation vergessen, interaktive Logon-Möglichkeit
💡 Praxistipp: Vergleicht Services, IIS App Pools und SQL-Dienste mit Get-ADServiceAccount sowie den lokalen Logon-Rechten.

→ Abschnitt 9.3, 9.5

A.05 Ist Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Benutzergruppen aktiviert – insbesondere für externe Sales Consultants?
✅ Soll-Zustand: MFA über Entra ID Conditional Access für alle interaktiven Zugriffe; stärkere Policies für Externe und Admins
❌ Risiko bei Abweichung: Credential Stuffing, Password Spraying, Account Takeover

→ Abschnitt 4.4, 9.5

A.06 Welche Kerberos-Delegationstypen sind für SharePoint-Servicekonten konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: Constrained Delegation oder Resource-Based Constrained Delegation (RBCD); KEINE Unconstrained Delegation
❌ Risiko bei Abweichung: Unconstrained Delegation = Angreifer kann Tickets für beliebige Dienste stehlen

→ Abschnitt 4.2

A.07 Wie werden privilegierte Administratorkonten (Farm Admin, Site Collection Admin, SQL sysadmin) geschützt?
✅ Soll-Zustand: PAW-Pflicht, PIM mit JIT-Aktivierung, separate Admin-Konten, kein permanenter Farm-Admin
❌ Risiko bei Abweichung: Compromised Admin = Full Farm/SQL/AD Compromise

→ Abschnitt 9.5

A.08 Existiert ein regelmäßiger Access Review für privilegierte Rollen und externe Benutzer?
✅ Soll-Zustand: Quartalsweise Access Reviews über Entra ID Access Reviews; Ergebnisse dokumentiert
❌ Risiko bei Abweichung: Verwaiste Konten, überprivilegierte Altberechtigungen, Ex-Consultants mit Zugang

→ Abschnitt 9.5

B – Netzwerk & Infrastruktur

8 Fragen · Prüfung von Netzwerksegmentierung, Konnektivität und Exposition
B.01 Ist das Azure VNet in dedizierte Subnetze pro Tier (AppGW, WFE, APP, Search, SQL, Management, Identity) segmentiert?
✅ Soll-Zustand: Mindestens 6-7 Subnetze mit dedizierten NSGs pro Subnetz
❌ Risiko bei Abweichung: Flat Network → unkontrollierte laterale Bewegung

→ Abschnitt 2.3, 9.1

B.02 Sind Network Security Groups (NSGs) nach dem Least-Privilege-Prinzip konfiguriert mit expliziter Deny-All-Abschlussregel?
✅ Soll-Zustand: Nur benötigte Ports/Protokolle erlaubt; Default Deny bei Priority 4096
❌ Risiko bei Abweichung: Offene Ports, unbeabsichtigte Erreichbarkeit, East-West-Bewegung
💡 Praxistipp: Zusätzlich die Effective Security Rules pro NIC und Subnetz prüfen; Ausnahmen sollten ticket- und zeitgebunden sein.

→ Abschnitt 9.1

B.03 Wird ein Azure Application Gateway mit WAF v2 als Reverse Proxy vor den SharePoint Web Front Ends eingesetzt?
✅ Soll-Zustand: AppGW WAF v2 im Prevention Mode mit OWASP CRS 3.2+, Custom Rules für /_vti_bin, Bot Protection
❌ Risiko bei Abweichung: Direkte Exposition der WFEs, kein Schutz gegen Web-Angriffe, Deserialization Exploits

→ Abschnitt 2.2, 9.1

B.04 Wie ist die Konnektivität zum Düsseldorfer Hauptstandort und zu den Landesgesellschaften realisiert?
✅ Soll-Zustand: ExpressRoute (Private Peering) für planbare Konnektivität; Site-to-Site VPN nur als Fallback
❌ Risiko bei Abweichung: Internet-basierte Verbindungen ohne Verschlüsselungsgarantie; Latenz-/Verfügbarkeitsprobleme

→ Abschnitt 2.3

B.05 Haben die SharePoint-VMs öffentliche IP-Adressen?
✅ Soll-Zustand: NEIN – keinerlei Public IPs auf Farm-VMs; Zugriff ausschließlich über AppGW (public) und Bastion/JIT (Management)
❌ Risiko bei Abweichung: Direkte Angriffsfläche aus dem Internet; IMDS Abuse

→ Abschnitt 7.10, 9.1

B.06 Ist JIT (Just-In-Time) VM Access für administrative RDP/WinRM-Zugriffe konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: Microsoft Defender for Cloud JIT aktiviert; RDP/WinRM nur zeitlich begrenzt und auditiert
❌ Risiko bei Abweichung: Permanent offene Management-Ports = Brute Force, Lateral Movement
💡 Praxistipp: Verifiziert nicht nur die Policy, sondern auch Stichproben: Wird der Port nach Ablauf des JIT-Fensters automatisch wieder geschlossen?

→ Abschnitt 9.1, 9.5

B.07 Werden NSG Flow Logs und Traffic Analytics aktiviert und ausgewertet?
✅ Soll-Zustand: NSG Flow Logs v2 aktiviert, Traffic Analytics im Log Analytics Workspace, regelmäßige Anomalie-Reviews
❌ Risiko bei Abweichung: Fehlende Sichtbarkeit in Netzwerkverkehr; kein East-West-Monitoring

→ Abschnitt 9.1, 10.1

B.08 Ist die SQL-Kommunikation zwischen SharePoint und SQL Server verschlüsselt?
✅ Soll-Zustand: SQL Force Encryption mit TLS 1.2+, vertrauenswürdige Zertifikate, kein selbstsigniertes Cert im Produktivbetrieb
❌ Risiko bei Abweichung: Abhören von Datenbank-Traffic, Credential Interception, Content DB Exposure

→ Abschnitt 9.4, R3

C – SharePoint Farm Konfiguration

8 Fragen · Review der Farmrollen, Legacy-Angriffsflächen und Betriebsparameter
C.01 Sind die MinRoles korrekt konfiguriert und werden keine Rollen vermischt?
✅ Soll-Zustand: Saubere Trennung: WFE (Front-end), APP (Application), Search (Dedicated), SQL (DB); Central Admin nur auf APP
❌ Risiko bei Abweichung: Vermischte Rollen erhöhen Blast Radius bei Kompromittierung

→ Abschnitt 2.2, 9.3

C.02 Ist Browser File Handling auf "Strict" gesetzt?
✅ Soll-Zustand: $wa.BrowserFileHandling = "Strict" für alle Web Applications
❌ Risiko bei Abweichung: Inline-Rendering gefährlicher Dateitypen (HTML, SVG, PDF mit JS) → XSS, Phishing
💡 Praxistipp: Schnellprüfung: Get-SPWebApplication | Select Url,BrowserFileHandling und Abweichungen sofort dokumentieren.

→ Abschnitt 9.3

C.03 Sind SOAP/ASMX Legacy Web Services deaktiviert oder zumindest zugriffsbeschränkt?
✅ Soll-Zustand: _vti_bin/*.asmx durch WAF Custom Rules oder IIS Request Filtering eingeschränkt; nur noch REST API verwenden
❌ Risiko bei Abweichung: Große Legacy-Angriffsfläche, Deserialization-Risiken, Enumeration

→ Abschnitt 3.5, 7.7

C.04 Ist WebDAV für externe Benutzer deaktiviert oder auf bestimmte IP-Ranges beschränkt?
✅ Soll-Zustand: WebDAV nur intern über VPN/ExpressRoute erreichbar; extern komplett gesperrt via WAF/AppGW
❌ Risiko bei Abweichung: NTLM Relay, Bulk Download, Credential Leaking an externe Server
💡 Praxistipp: Prüft explizit DAV-Verben wie PROPFIND, OPTIONS und SEARCH über den externen Pfad; diese sollten geblockt oder intern begrenzt sein.

→ Abschnitt 3.2, 7.2, R4

C.05 Wie ist die Search-Konfiguration hinsichtlich Security Trimming und Crawl Rules abgesichert?
✅ Soll-Zustand: Security Trimming aktiv; Crawl Rules schließen sensitive Content Sources aus; Query Suggestions gefiltert; keine Content Enrichment Paths nach extern
❌ Risiko bei Abweichung: Information Disclosure über Suchindex, Metadaten-Leaking, Recon

→ Abschnitt 3.8, 7.6

C.06 Werden SharePoint Designer Workflows oder Legacy Workflow Manager verwendet?
✅ Soll-Zustand: Idealerweise deaktiviert; wenn aktiv, keine elevated privileges, keine HTTP-Callouts nach extern
❌ Risiko bei Abweichung: Privilege Escalation, SSRF, unkontrollierte Automatisierung

→ Abschnitt 7.5, 7.8

C.07 Ist die Farm Passphrase sicher verwahrt und wird sie regelmäßig rotiert?
✅ Soll-Zustand: In einem Secrets Vault (Azure Key Vault oder PAM-System); Rotation in definierten Wartungsfenstern
❌ Risiko bei Abweichung: Kompromittierte Passphrase → Join beliebiger Server zur Farm

→ Abschnitt 9.3

C.08 Gibt es benutzerdefinierte Farm Solutions oder Sandboxed Solutions und wie werden diese kontrolliert?
✅ Soll-Zustand: Inventur aller Solutions; Code Review; keine Full-Trust Solutions ohne Sicherheitsfreigabe; App Catalog kontrolliert
❌ Risiko bei Abweichung: Arbitrary Code Execution, Backdoors, ungeprüfte 3rd-Party-Lösungen

→ Abschnitt 7.5, 9.3

D – SQL Server & Datenbank

6 Fragen · Datenbankschutz, SQL Surface Area und Backup-Härtung
D.01 Ist Transparent Data Encryption (TDE) für alle SharePoint-Datenbanken aktiviert?
✅ Soll-Zustand: TDE mit AES-256 für alle Content DBs, Config DB, Service App DBs und Search DBs
❌ Risiko bei Abweichung: Daten im Ruhezustand unverschlüsselt; Disk Theft/Clone → Datenzugriff
💡 Praxistipp: Verifikation z. B. mit SELECT db_name(database_id), encryption_state FROM sys.dm_database_encryption_keys; und Abgleich gegen alle SharePoint-DBs.

→ Abschnitt 9.4

D.02 Sind xp_cmdshell, OLE Automation und CLR auf dem SQL Server deaktiviert?
✅ Soll-Zustand: Alle drei deaktiviert; Surface Area Configuration minimal
❌ Risiko bei Abweichung: Arbitrary Command Execution über SQL, Lateral Movement
💡 Praxistipp: Stichprobe per sp_configure oder Policy-Based Management; jede aktivierte Option braucht einen dokumentierten Ausnahmegrund.

→ Abschnitt 9.4

D.03 Welche Rechte haben die SharePoint-Dienstkonten auf SQL-Ebene?
✅ Soll-Zustand: Nur die minimal erforderlichen DB-Rollen (db_owner auf Content/Service App DBs, securityadmin + dbcreator auf Instance); kein sysadmin für SharePoint Service Accounts
❌ Risiko bei Abweichung: Überprivilegierte Konten = vollständige SQL-Kompromittierung bei SharePoint-Breach

→ Abschnitt 9.4

D.04 Ist SQL Server Audit aktiviert und werden Login Failures, Role Changes und Backup-Events erfasst?
✅ Soll-Zustand: Server Audit + Database Audit Specifications; Events an Log Analytics oder Filesystem mit Forwarding
❌ Risiko bei Abweichung: Fehlende Nachvollziehbarkeit; DB-Kompromittierung bleibt unerkannt

→ Abschnitt 9.4, 10.1

D.05 Ist der SQL Browser Service deaktiviert und die SQL-Instanz auf einen festen Port konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: SQL Browser deaktiviert; fester Port 1433 (oder custom); Hidden Instance wenn möglich
❌ Risiko bei Abweichung: SQL-Enumeration, Port Scanning erleichtert

→ Abschnitt 5, 9.4

D.06 Werden SQL-Backups verschlüsselt und an einem separaten, zugriffsbeschränkten Speicherort abgelegt?
✅ Soll-Zustand: Backup Encryption mit Zertifikat; Ablage auf Azure Blob Storage mit Private Endpoint und SAS-beschränktem Zugriff
❌ Risiko bei Abweichung: Unverschlüsselte Backups = vollständiger Datenzugriff; Backup-Diebstahl

→ Abschnitt 9.4

E – Betriebssystem & Server-Härtung

6 Fragen · Betriebssystem-Härtung, Logging und lokale Schutzmechanismen
E.01 Ist Credential Guard und LSA Protection (RunAsPPL) auf allen Farm-Servern aktiviert?
✅ Soll-Zustand: RunAsPPL=1 auf allen VMs; Credential Guard per GPO/MDM aktiviert
❌ Risiko bei Abweichung: LSASS Credential Dumping, Mimikatz, Pass-the-Hash

→ Abschnitt 9.2

E.02 Sind Attack Surface Reduction (ASR) Rules im Block-Modus aktiv?
✅ Soll-Zustand: Mindestens: Block Office Child Processes, Block Credential Stealing from LSASS, Block PSExec/WMI; erst Audit, dann Block
❌ Risiko bei Abweichung: Credential Theft, Process Injection, laterale Werkzeuge

→ Abschnitt 9.2

E.03 Ist PowerShell Script Block Logging, Module Logging und Transcription aktiviert?
✅ Soll-Zustand: Alle drei über GPO aktiviert; Logs an zentrales SIEM weitergeleitet
❌ Risiko bei Abweichung: PowerShell-basierte Angriffe bleiben unsichtbar; kein Forensik-Material
💡 Praxistipp: Praktischer Nachweis: Events 4104 und 4103 prüfen sowie sicherstellen, dass Transcriptions zentral und manipulationsgeschützt abgelegt werden.

→ Abschnitt 9.2, 10.3

E.04 Ist SMBv1 deaktiviert und SMB Signing erzwungen?
✅ Soll-Zustand: SMBv1 Feature deinstalliert; SMB Signing per GPO erzwungen
❌ Risiko bei Abweichung: EternalBlue-Klasse Exploits, NTLM Relay über SMB

→ Abschnitt 9.2

E.05 Werden die Windows Server nach einem CIS Benchmark oder einer vergleichbaren Baseline gehärtet?
✅ Soll-Zustand: CIS Level 1 oder 2 für Windows Server Member Servers; Abweichungen dokumentiert und genehmigt
❌ Risiko bei Abweichung: Default-Konfiguration hat hunderte unnötige Angriffsflächen

→ Abschnitt 9.2

E.06 Ist die Windows Firewall mit tier-spezifischen Inbound-Regeln auf allen Servern aktiv?
✅ Soll-Zustand: Windows Firewall aktiv; nur benötigte Ports je Tier erlaubt; keine "Any-Any"-Ausnahmen
❌ Risiko bei Abweichung: Doppelt geschichteter Schutz fehlt; NSG-Fehlkonfiguration wird nicht kompensiert

→ Abschnitt 9.2

F – Monitoring, Logging & Incident Response

7 Fragen · Detektion, Telemetrie und Reaktionsfähigkeit des SOC
F.01 Ist Microsoft Sentinel mit allen relevanten Data Connectors für die SharePoint-Umgebung konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: Windows Security Events, Sysmon, SharePoint ULS (Custom Table), Entra Sign-in Logs, NSG Flow Logs, Azure Activity, SQL Audit
❌ Risiko bei Abweichung: Blinde Flecken in der Erkennung; Angriffe bleiben unentdeckt

→ Abschnitt 10.1

F.02 Existieren spezifische Analytics Rules (KQL) für SharePoint-Bedrohungsszenarien?
✅ Soll-Zustand: Mindestens 10 Regeln: Brute Force, Bulk Download, Permission Elevation, After-Hours Access, NTLM Usage, Kerberos Failures, Service Account Misuse, Lateral Movement, Data Exfiltration, External Anomalies
❌ Risiko bei Abweichung: Generische Regeln erkennen SharePoint-spezifische Muster nicht
💡 Praxistipp: Pflegt jede Regel mit Testdaten, Owner, Tuning-Status und dokumentierter False-Positive-Rate.

→ Abschnitt 10.5

F.03 Werden ULS-Logs zentralisiert und in das SIEM eingebunden?
✅ Soll-Zustand: ULS Logs per AMA/Log Collector in Custom Table (SPULS_CL) im Log Analytics Workspace
❌ Risiko bei Abweichung: Korrelation über Servergrenzen unmöglich; SharePoint-spezifische Security Events fehlen

→ Abschnitt 10.2

F.04 Ist SharePoint Site Collection Audit Logging für alle Site Collections aktiviert?
✅ Soll-Zustand: Audit Flags für CheckIn, CheckOut, Delete, Move, Copy, Search, SecurityChange, Update aktiviert
❌ Risiko bei Abweichung: Dokumentzugriffe und Berechtigungsänderungen nicht nachvollziehbar

→ Abschnitt 10.4

F.05 Existiert ein dokumentierter Incident Response Plan speziell für SharePoint-Sicherheitsvorfälle?
✅ Soll-Zustand: IR-Playbook mit Containment, Evidence Preservation, Recovery und SharePoint-spezifischen Schritten (STS-Prüfung, Solution Audit, Feature/Timer Job Review)
❌ Risiko bei Abweichung: Unkoordinierte Reaktion, Beweismittelverlust, verlängerte Ausfallzeit

→ Abschnitt 10.6

F.06 Werden Sentinel Workbooks/Dashboards für SharePoint Security Monitoring genutzt?
✅ Soll-Zustand: Dashboards für AuthN-Methoden (NTLM vs Kerberos), Bulk Downloads, Failed Logons, WAF Blocks, Service Account Activity
❌ Risiko bei Abweichung: Fehlende Übersicht; Trends werden nicht erkannt

→ Abschnitt 10.1

F.07 Sind automatisierte Playbooks (Logic Apps) für High-Confidence Alerts konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: Bei kritischen Alerts: JIT schließen, User sperren, WAF Rule verschärfen, Incident erstellen, Teams-Notification
❌ Risiko bei Abweichung: Manuelle Reaktion dauert zu lang; Angreifer hat Zeitvorteil

→ Abschnitt 10.1

G – Backup, Recovery & Business Continuity

5 Fragen · Backup-, Restore- und Notfallvorsorge für die Farm
G.01 Werden regelmäßige SharePoint Farm-Backups (Full + Differential) durchgeführt und getestet?
✅ Soll-Zustand: Tägliche Full-Backups, stündliche Differential-Backups; quartalsweise Restore-Tests
❌ Risiko bei Abweichung: Datenverlust, untested Recovery → RTO/RPO-Verfehlung
💡 Praxistipp: Fordert einen unterschriebenen Restore-Nachweis mit gemessenen RTO-/RPO-Werten und dokumentierten Lessons Learned an.

→ Abschnitt 9.4

G.02 Existiert ein dokumentierter Disaster Recovery Plan für die gesamte SharePoint-Farm?
✅ Soll-Zustand: DR-Plan mit definierten RTO/RPO, Azure Site Recovery oder SQL AG in zweiter Region, DNS Failover
❌ Risiko bei Abweichung: Totalverlust bei Regional-Ausfall; fehlende Handlungsanweisungen

→ Infrastruktur-Architektur

G.03 Werden die SQL Always On Availability Groups überwacht und ist Automatic Failover konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: Automatic Failover mit Witness; Monitoring über SQL Alerts und Sentinel
❌ Risiko bei Abweichung: Manuelles Failover verzögert Recovery; Split Brain ohne Witness

→ Abschnitt 9.4

G.04 Sind die Backup-Speicherorte vom produktiven Netzwerk getrennt und zugriffsbeschränkt?
✅ Soll-Zustand: Separate Storage Accounts mit Private Endpoints; RBAC beschränkt auf Backup-Service Accounts
❌ Risiko bei Abweichung: Ransomware kann Backups mitverschlüsseln; Insider kann Backups löschen

→ Best Practice

G.05 Wird die Farm-Konfiguration (IIS Bindings, SPNs, Certificates, DNS, GPOs) dokumentiert und versioniert?
✅ Soll-Zustand: Configuration as Code oder dokumentierte Runbooks; Änderungen über Change Management
❌ Risiko bei Abweichung: Wiederherstellung nach Totalverlust unmöglich ohne Konfigurationsdokumentation

→ Betriebshandbuch

H – Compliance, Datenschutz & Governance

6 Fragen · Datenschutz, Records Management und Governance-Kontrollen
H.01 Sind Microsoft Purview Information Protection Labels für sensible Dokumentkategorien konfiguriert?
✅ Soll-Zustand: Labels für HR, R&D, Vertriebsdaten, Compliance-Dokumente; automatische Klassifizierung
❌ Risiko bei Abweichung: Unkontrollierte Weiterverbreitung sensibler Dokumente

→ Abschnitt 9.6

H.02 Sind Data Loss Prevention (DLP) Policies für SharePoint-Inhalte aktiv?
✅ Soll-Zustand: DLP erkennt IBAN, Steuer-ID, HR-Daten, Vertragsnummern, Preislisten; Block oder Warn
❌ Risiko bei Abweichung: Versehentlicher oder absichtlicher Datenabfluss bleibt unerkannt

→ Abschnitt 9.6

H.03 Werden Retention Policies und Labels für rechtlich relevante Inhalte durchgesetzt?
✅ Soll-Zustand: Automatische Retention Labels für Vertrags-, HR- und Compliance-Bibliotheken; Preservation Lock
❌ Risiko bei Abweichung: Verstoß gegen Aufbewahrungspflichten; Beweisverlust bei Rechtsstreitigkeiten

→ Abschnitt 9.6

H.04 Wie wird die DSGVO-Konformität für personenbezogene Daten in SharePoint sichergestellt?
✅ Soll-Zustand: Verarbeitungsverzeichnis, Datenminimierung, Löschkonzepte, Zugriffsprotokolle, DPIA für HR Self-Service
❌ Risiko bei Abweichung: DSGVO-Bußgelder (bis 4% des Jahresumsatzes); Reputationsschaden

→ Abschnitt 9.6

H.05 Ist eDiscovery konfiguriert und werden die Zugriffsrechte nach dem Vier-Augen-Prinzip vergeben?
✅ Soll-Zustand: eDiscovery Rollen getrennt; keine Vollzugriffe ohne Genehmigung; Audit Trail für alle eDiscovery-Aktionen
❌ Risiko bei Abweichung: Missbrauch von eDiscovery-Rechten = unbemerkter Vollzugriff auf alle Inhalte

→ Abschnitt 9.6

H.06 Werden externe Sales Consultants durch Identity Governance (Lifecycle, Access Reviews, Terms of Use) verwaltet?
✅ Soll-Zustand: Entra ID Governance mit Entitlement Management, Access Packages, quartalsweisen Reviews, Terms of Use bei Login
❌ Risiko bei Abweichung: Verwaiste externe Konten; unkontrollierter Zugriff nach Vertragsende

→ Abschnitt 9.5

I – Patch Management & Lifecycle

5 Fragen · Patch-Prozesse, Staging und Lifecycle-Steuerung
I.01 Werden SharePoint Subscription Edition Public Updates (PUs) zeitnah eingespielt?
✅ Soll-Zustand: Innerhalb von 30 Tagen nach Release; kritische Security Patches innerhalb von 14 Tagen; Staging-Test vor Produktion
❌ Risiko bei Abweichung: Bekannte CVEs (Deserialization RCE, Auth Bypass) bleiben ausnutzbar
💡 Praxistipp: Vergleicht den aktuellen Farm-Build mit dem letzten freigegebenen PU und dokumentiert das Ergebnis inklusive Staging-Freigabe.

→ Abschnitt 7.7, R5

I.02 Werden Windows Server Updates und SQL Server Cumulative Updates regelmäßig eingespielt?
✅ Soll-Zustand: Monatlicher Patch-Zyklus; kritische Out-of-Band Patches innerhalb von 72h
❌ Risiko bei Abweichung: OS- und SQL-Schwachstellen ermöglichen Escalation unabhängig von SharePoint

→ Abschnitt 9.2, 9.4, R5

I.03 Gibt es eine Staging-/Test-Umgebung für Patches bevor sie in die Produktion gehen?
✅ Soll-Zustand: Dedizierte Staging-Farm (mindestens Single-Server) mit repräsentativer Konfiguration
❌ Risiko bei Abweichung: Ungetestete Patches können Farm destabilisieren; dennoch: Nicht-Patchen ist keine Option

→ Best Practice

I.04 Werden Third-Party-Komponenten (z.B. PDF-Viewer, Antivirus, Monitoring Agents) ebenfalls gepatcht?
✅ Soll-Zustand: Inventur aller Third-Party-Software auf Farm-VMs; automatisiertes Patching oder zentrales Management
❌ Risiko bei Abweichung: Angreifer nutzen oft Third-Party-Schwachstellen als Einstiegspunkt

→ Allgemeine Sicherheit

I.05 Ist der End-of-Support-Zeitplan für alle eingesetzten Komponenten bekannt und geplant?
✅ Soll-Zustand: Lifecycle-Tracking für Windows Server, SQL Server, .NET Framework, SharePoint SE, Azure Agent Versionen
❌ Risiko bei Abweichung: Unsupported Komponenten erhalten keine Sicherheitsupdates

→ Lifecycle Management

J – Externe Zugriffe & Partnerintegration

5 Fragen · Externer Zugriff, Geräteschutz und Offboarding von Partnern
J.01 Wie greifen externe Sales Consultants auf SharePoint zu – über welchen Authentifizierungspfad und welches Gerät?
✅ Soll-Zustand: OIDC über Entra ID B2B oder B2C; MFA-Pflicht; Conditional Access mit Device Compliance oder App Protection Policies
❌ Risiko bei Abweichung: Unmanaged Devices + schwache Authentifizierung = hohes Compromise-Risiko

→ Abschnitt 4.4, 9.5

J.02 Werden die Geräte externer Consultants durch MDM/MAM kontrolliert oder gibt es zumindest App Protection Policies?
✅ Soll-Zustand: Intune App Protection Policies für unmanaged Devices; oder vollständiges MDM-Enrollment für managed Devices
❌ Risiko bei Abweichung: Datenabfluss über ungeschützte Geräte; Jailbreak/Root = kein Schutz

→ Abschnitt 9.5

J.03 Ist der externe Zugriff auf bestimmte Site Collections, Bibliotheken oder Datenklassen beschränkt?
✅ Soll-Zustand: Externe Consultants haben nur Zugriff auf dedizierte Vertriebsportale; kein Zugriff auf HR, R&D, Compliance
❌ Risiko bei Abweichung: Übermäßiger Zugriff; Datenlecks bei kompromittierten externen Konten

→ Abschnitt 9.3, 9.6

J.04 Werden Conditional Access Policies mit Standort-, Risiko- und Gerätefiltern für externe Zugriffe angewendet?
✅ Soll-Zustand: Geo-Fencing (nur erlaubte Länder), Risk-based CA, Device Compliance Check, Session Controls (z.B. kein Download auf unmanaged Devices)
❌ Risiko bei Abweichung: Zugriff aus kompromittierten Geolokationen, risikobehaftete Sign-Ins
💡 Praxistipp: Simuliert einen Login aus gesperrter Geografie oder von einem unmanaged Device, um die Policy-Wirkung praktisch zu verifizieren.

→ Abschnitt 4.4, 9.5

J.05 Existiert ein automatischer Offboarding-Prozess für externe Consultants bei Vertragsende?
✅ Soll-Zustand: Automatischer Deprovisioning-Workflow; Access Package Expiration; regelmäßige Bereinigung über Access Reviews
❌ Risiko bei Abweichung: Verwaiste Konten mit aktivem SharePoint-Zugriff nach Vertragsende

→ Abschnitt 9.5

13. Referenzen und weiterführende Dokumentation